Breite Diskussion im Oberaulaer Parlament

Schule soll Seniorenheim sein

Oberaula. Ein Senioren- und Pflegeheim will ein Investor auf dem Grundstück der ehemaligen Grundschule in der Oberaulaer Böhlstraße errichten. Weil beim Schwalm-Eder-Kreis die Entwidmung und unentgeltliche Rückübertragung beantragt werden kann und die Zeit drängte, hatte der Gemeindevorstand dem Investor den Kauf des Grundstückes einschließlich der Gebäude zum Preis von 50 000 Euro angeboten, vorbehaltlich der Bestätigung durch die Gemeindevertretung.

Günstiges Filetstück

Mit dem 4436 Quadratmeter großen Grundstück verkaufe man ein voll erschlossenes und gut angebundenes Filetstück der Gemeinde für gerade mal 11,27 Euro pro Quadratmeter. Man müsse sich vor Spekulationen schützen und habe deshalb den Beschlussvorschlag geändert, berichtete der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Rolf Stiebing, und löste damit eine rund einstündige, breite Diskussion aus.

Ob man nicht mehr erlösen oder durch ein Interessenbekundungsverfahren möglicherweise weitere Interessenten finden könnte, wurde diskutiert, ebenso wie eine Kombination aus Seniorenheim und Ärztehaus. Keine Vermischung der Themen forderten ander, und immer neue Szenarien und Formulierungen wurden diskutiert, auch von Vertagung war die Rede.

Bürgermeister Karl-Heinz Vestweber sah zwischenzeitlich das komplette Projekt gefährdet und fürchtete Kosten in Millionenhöhe, wenn die Kommune das Anwesen selbst instand halten müsse. Marianne Hühn war in Sorge wegen einer Kollision mit dem EU-Recht, und der sichtlich genervte Vorsitzende, Dieter Groß, musste seine Parlamentarier mehrfach ermahnen, weil sie – zwar konstruktiv, aber störend – immer wieder in Kleingruppen an der Problemlösung arbeiteten.

Mit einer Gegenstimme einigte man sich schließlich darauf, den Kaufpreis unter zahlreichen Auflagen zu beschließen. Unter anderem gilt das Angebot nur bis zum 1. Juli diesen Jahres, das Grundstück darf weder geteilt noch weiter verkauft werden, es muss für ein Alten-, Wohn- oder Pflegeheim genutzt werden und mit den Umbauarbeiten muss spätestens am 30. Juni 2011 begonnen werden. (nh)

Von Bernd Löwenberger

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