Geopfad in Schönau

Westafrika im Kellerwald - und andere herrliche Ausflugsziele in der Schwalm

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Sanfte Steigungen: Der Bahnradweg verläuft zum Teil auf der ehemaligen Trasse der Knüllwaldbahn.

Westafrika in der Schwalm: Geht nicht? Geht! Denn ein neuer Geopfad bietet gemeinsame Wurzeln. Dieses Ausflugsziel ist aber nur eines von vielen, die Gäste im Schwalm-Eder-Kreis entdecken können.

Der Geopfad führt vom Wanderparkplatz vor dem Dorfgemeinschaftshaus Schönau aus zu den geologischen Besonderheiten im Kellerwald. Der Rundwanderweg ist knapp neun Kilometer lang und führt zu Sehenswürdigkeiten wie der Burgruine Schönstein und zum früheren Bergbaurevier Silberstollen.

„Früher war das Erbsloch jedem Schüler bekannt“, sagt Hans-Hermann Ritting, der als Vorsitzender von „Wir für Schönau“ den Geopfad eröffnet hat. Damit hat der im Zuge der Dorferneuerung gegründete Verein die im Jahr 2008 begonnenen Pläne verwirklicht. In der im DGH eingerichteten Dorfstube sollen die Wanderer einkehren können.

Eröffnung im Juli 2016: Der Vorsitzende des Dorfvereins Hans-Hermann Ritting (Dritter von rechts) begleitet Gäste.

Der Geopfad ist angebunden an den Kellerwaldsteig und gilt als touristischer Höhepunkt am südlichen Rand des Naturparks Kellerwald-Edersee. Künftig soll es Naturparkführungen entlang des Geopfads geben. Mit Hans-Hermann Ritting und Hans-Werner Kreuter haben sich zwei Mitglieder des Trägervereins zu Naturparkführern ausbilden lassen.

„Insbesondere für Schulklassen wollen wir Erdgeschichte erlebbar machen“, sagte Ritting. Der Rundweg führt auch zum um zwischen Schönau und Densberg gelegenen alten Bergbaurevier Silberstollen. Weiter gelangen die Wanderer Burgruine Schönstein, bis 1543 Sitz der hessischen Amtmänner.

Dorfverein „Wir für Schönau“, Ansprechpartner Hans-Hermann Ritting, www.schoenau-kellerwald.de, www.geopark-grenzwelten.de sowie Naturpark Kellerwald-Edersee, Tel. 05621/969460, Email an info@naturpark-kellerwald-edersee.de

Unter Geologen ein Begriff

Nahtstelle zweier Kontinente

Schönau liegt an der Nahtstelle zweier Kontinente: Geologisch zählt der Kellerwald zum Rheinischen Schiefergebirge. Es ist Teil eines Faltengebirges, das vor rund 300 Millionen Jahren durch den Zusammenstoß zweier Erdkrustenplatten entstand.

Gesteinteile gehörten zu Westafrika

Die Gesteinteile des heutigen südlichen Kellerwald rund um Schönau waren Bestandteil eines zu Westafrika gehörenden Mikro-Kontinents namens Amorika, der sich von der afrikanischen Platte abtrennte und über Jahrmillionen im Zuge der Kontinentalverschiebung nach Norden bewegte. Beim Zusammenstoß der Kontinente wurden Gesteine übereinander geschoben. So kommt es, dass Teile der ehemals afrikanischen Erdplatten auch im südlichen Kellerwald auftreten.

Geschichtsträchtige Steinhorn-Decke

Dass Schönau an einem geschichtsträchtigen Ort liegt, ist unter Geowissenschaftlern weltweit bekannt. So fanden die von Dr. Heinz-Dieter Nesbor (Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie) heraus gefundenen Erkenntnisse unter dem Begriff Steinhorn-Decke Eingang in renommierte internationale Fachzeitschriften.

Kalksteine und kalkige Grauwacken

Auf dem Geopfad kann man durch Erosion freigelegte Reste der Gesteine entdecken: Kalksteine und kalkige Grauwacken, die sich von den umgebenden Gesteinen unterscheiden. Die Schichte bergen mehr als 400 Mio. Jahre alte Fossilien. Der Kellerwald gilt als geologisch kompliziert.

Bahnradweg

Der Bahnradweg Rotkäppchenland verbindet die Landschaft der Schwalm mit dem Fuldatal. Die 49,1 Kilometer lange Strecke führt bis Niederaula. Von Treysa bis nach Wahlshausen verläuft er auf der Trasse der ehemaligen Knüllwaldbahn. Charakteristisch für die Strecke sind sanfte Anstiege und Abfahrten mit maximal 2,8 Prozent. 

Tel. 0 66 91/20 74 07

Knüllköpfchen

Wurde 1978 gebaut: Der August-Franke-Turm.

Das Knüllköpfchen ist ein erloschener Vulkan und mit 633,8 Metern der zweithöchste Berg im Knüllgebirge. Auf ihm thront ein zwölf Meter hoher Aussichtsturm, errichtet 1978 – seit 1984 heißt er August-Franke-Turm. Rundherum findet sich ein Netz gut ausgebauter Wanderwege. Zur Einkehr gibt es das Boglerhaus (Jugendherberge) und eine Jausenstation.

Kontakt: Gerhard Hosemann, Tel. 0 66 91/2 31 41

Museum

Steinernes Haus: Hier ist das Museum der Schwalm untergebracht. 

Das Museum der Schwalm in Ziegenhain zeigt unter anderem wertvolle Stücke der Schwälmer Tracht, Bauernmöbel und Weißstickerei sowie die Festungsgeschichte, dazu wechselnde Ausstellungen.

Malerstübchen

War Treffpunkt für viele Maler: Das Gerhardt-von-Reutern-Haus in Willingshausen erlebte in den 1840er-Jahren eine Blütezeit. Der Ort gilt als älteste Künstlerkolonie Europas.

1814 kam mit Gerhardt von Reutern der erste Künstler nach Willingshausen. Das Zusammentreffen von Reuterns mit Ludwig Emil Grimm gilt als Geburtsstunde der Künstlerkolonie. Heute gilt Willingshausen als älteste Künstlerkolonie Europas. Im Gerhard-von-Reutern-Haus kann das Malerstübchen besichtigt werden, die 2005 errichtete Kunsthalle zeigt überwiegend Zeitgenössisches, unter anderem die Werke der Künstlerstipendiaten.

Tel. 0 66 97/14 18

Wasserfestung mit JVA

Noch vollständig erhalten: Die Wasserfestung Ziegenhain wurde 1546 unter Landgraf Philipp nach Plänen des Festungsbaumeisters Hans Jakob von Ettlingen gebaut.

Die Wasserfestung Ziegenhain ist ein barocker Festungsbau, der noch vollständig erhalten ist. Im Dreißigjährigen Krieg war die Anlage die viertgrößte in Hessen. Eingenommen wurde die Festung nie, sie widerstand allen Belagerungen – Grundlage für das Sprichwort „So fest wie Ziegenhain“. Heute ist die Wasserfestung wesentlicher Bestandteil der JVA Ziegenhain. Angeboten werden unterschiedliche Themenführungen. 

Tel. 0 66 91/20 74 07

Silbersee

Weitläufiger Spielplatz: Rund um den Frielendorfer Silbersee können Besucher, vor allem Familien, jede Menge entdecken. Das Abenteuer-Areal unterhalb der Bobbahn lädt zum Toben ein. Dabei genießt man den Blick auf den See.

Die Erlebniswelt Silbersee in Frielendorf bietet rund um den gleichnamigen See Sport, Spiel und Erholung. Der Wohnmobilpark und der Ferienwohnpark laden zum Urlaubmachen ein. Wer einen Tagesausflug vorzieht, der kann am Badestrand oder im Wellness-Paradies entspannen, die Bobbahn mit Spielplatz, der Kletterpark und der Indoor-Spielplatz Frielo-Land sind vor allem für Familien mit Kindern attraktiv. Den Blick über den See können Besucher von der Terrasse der Silbersee-Alm schweifen lassen. Auf ausgeschilderten Wanderwegen lässt sich die Region entdecken.

Tel. 0 56 84/78 27 oder Email an info@frielendorfaktiv.de

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