Nager jetzt in allen drei Kreisteilen heimisch

Der Biber ist zurück in der Schwalm

Schwalm-Eder. Der Biber ist zurück in der Schwalm. Mindestens ein Nager soll dort leben. Damit ist der Biber nach Jahrhunderten wieder in allen drei Kreisteilen heimisch.

Denn vor zwei Jahren wurden sie bereits in Wabern und Malsfeld gesichtet. „Wir wissen seit etwa fünf Jahren, dass sich ein Biber an der Schwalm niedergelassen hat“, so Peter Kugler vom Wasserverband Schwalm. Wo genau der Nager sein Zuhause hat, wollen die Naturschutzexperten allerdings nicht verraten, um Schaulustige vom Lebensraum des Bibers fernzuhalten. Von der Schwalm aus machen sich die Biber offenbar auch auf, um sich weitere Lebensräume zurückzuerobern. Denn angenagte Bäume und Biber-Rutschen am Ufer der Ohm zeugen von der Rückkehr des Bibers im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Eingewandert sein soll der Biber über die Schwalm, vermuten Naturschutzexperten.

In Hessen war der Biber vor allem deshalb ausgestorben, weil er über Jahrhunderte intensiv gejagd wurde. Die Menschen nutzten sein Fleisch als Fastenspeise und stellten ihm nach, bis er fast gänzlich ausgerottet war.

Später wurde der Biber dann wieder in Hessen angesiedelt. Der Rückzug hatte aber laut Kugler noch einen weiteren entscheidenen Grund: „Die schlechte Wasserqualität der heimischen Gewässer hat ebenso für den Rückzug des Bibers gesorgt, wie die Jagd nach ihm. Dass er sich heute wieder in der Region niederlässt, ist also auch ein Zeichen für eine deutlich bessere Wasserqualität als noch vor einigen Jahren.“

Die zahlreichen Renaturierungsmaßnahmen, angetrieben durch die EU-Wasserrahmenrichtlinie, und die Schaffung naturnnaher Lebensräume, zeigten ihre Wirkung, ist sich Kugler sicher. Deshalb sei auch in den kommenden Jahren mit einer weiteren Ansiedlung des Nagers zu rechnen.

Rubriklistenbild: © Delpho

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