Schrottimmobilie für 500 Euro abgegeben

Bulgarische Investmentfirma kauft maroden Leerstand in der Schwalm

Das Haus Ries in Merzhausen: Die Schrottimmobilie wurde von einer bulgarischen Investmentfirma gekauft.

Schwalm-Eder. Die Versteigerung eines maroden Fachwerkhauses in Merzhausen sorgt für Unruhe. Das Land Hessen gab laut Gemeinde die Schrottimmobilie an eine bulgarische Investmentfirma ab. 

Der Blick richtet sich in diesem Zusammenhang auf Schwarzenborn. Auch dort kaufen mehrere Investoren zum Teil sehr maroden Leerstand auf und bringen in den Häusern Menschen unter, die aus Bulgarien und Rumänien stammen, so Bürgermeister Jürgen Liebermann.

In Schwarzenborn leben inzwischen 80 Südost-Europäer in zehn Gebäuden. Überwiegend werden sie von einer Geschäftsfamilie aus Nordrhein-Westfalen dort untergebracht, es gebe aber noch einen weiteren Investor, erklärt Liebermann. Er spricht dabei vorsichtig von „besonderen Geschäftsmodellen“.

Auch in der Großgemeinde Willingshausen ist man alarmiert, deutet Bürgermeister Heinrich Vesper an. Denn über die bulgarische Investmentgruppe sei wenig bekannt – schon gar nichts über deren Motive, sich mit einer Schrottimmobilie in Merzhausen einkaufen zu wollen.

Den Kommunen seien in der Regel die Hände gebunden, da es sich um rein privat-rechtliche Geschichten handele, heißt es vom Hessischen Städte- und Gemeindebund. Einzig eine Nutzungsuntersagung für unbewohnbare Häuser könne ausgesprochen werden. Das ist in Schwarzenborn in einem Fall passiert: In der bewohnten Bruchbude fehlte zwischen zwei Etagen eine Decke.

Vor zwei Jahren geriet die Unterbringung von Bulgaren und Rumänen in Gudensberg in den Fokus: Im Oktober 2015 brannte in der Altstadt ein großes Fachwerkhaus nieder. In dem Haus, das teilweise in schlechtem Zustand gewesen sein soll, wohnten 40 Menschen, überwiegend Bulgaren und Rumänen. Zwölf wurden damals verletzt. Das und weitere alte Gebäude gehören einem Gudensberger. 

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