Mehr als 30 Stationen in Schwalm-Eder

Fehlinvestition? Auf eine Ladesäule kommen knapp sieben E-Autos

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Schwalmstadt. Über 30 Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge gibt es bereits im Schwalm-Eder-Kreis, aber es ist eine Seltenheit, ein angestöpseltes Mobil zu entdecken.

Autofahrer sind prinzipiell interessiert, aber noch abwartend, berichten Händler.

Über 30 Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge gibt es bereits im Schwalm-Eder-Kreis, aber es ist eine Seltenheit, ein angestöpseltes Mobil zu entdecken. So wurde die neue Schnellladesäule am Ziegenhainer Alleeplatz bisher rund 80 Mal angesteuert. Fast alle der Ladungen dort dürften dabei in die Zeit der vielbeachteten Schwalmstädter E-Mobilitätsmesse im September fallen.

Kein Wunder: Gerade mal 55 reine Elektrofahrzeuge sind im Landkreis zugelassen. Immerhin 165 Hybridfahrzeuge können außer mit Diesel oder Benzin mit Strom betankt werden. Ist der Ausbau des Ladenetzes bloß ein Feigenblatt der Touristiker und Energieversorger, wie Kritiker behaupten?

Die Verbreitung des Elektroautos binnen der nächsten Jahre wird weitaus langsamer vonstatten gehen, als es die Bundesregierung will. Das sagt etwa der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Von einer Million Elektroautos bis 2020 wird in Berlin gesprochen, doch daran glauben die Händler im Kreis nicht mehr.

„100 000 könnten es vielleicht sein“, meint Dirk Wilhelm, Geschäftsführer des Autohauses Schminner (Ottrau-Immichenhain). In seinem Haus wurden bisher vier Elektrofahrzeuge verkauft, zwei Kleintransporter und zwei Kleinwagen. In vielen anderen Autohäusern fällt die Bilanz wesentlich magerer aus. Wilhelm: „Auch bei der E-Mobilitätsmesse sind wir auf viel Interesse gestoßen, verkauft haben wir aber nichts.“

Dabei, so der VCD, seien viele eigentlich bereit, auf ein Elektroauto umzusteigen, „jedoch nur dann, wenn das Auto wie gewohnt funktioniert und auch der Preis stimmt. E-Autos werden in den nächsten Jahren aber 10 000 bis 20 000 Euro mehr kosten als vergleichbare Benziner.“ Dafür, so Dirk Wilhelm, kostet eine Batteriefüllung nicht einmal vier Euro. Damit könne man schon heute bis zu 140 Kilometer fahren.

Von Anne Quehl

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