Büro im Landkreis kommt

Engin Eroglu aus Schwalmstadt zieht erstmals ins EU-Parlament ein

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In Europa ein Neuling: Engin Eroglu zieht ins EU-Parlament ein. Der 37-Jährige blickt auf eine 22-jährige kommunalpolitische Erfahrung zurück.

Auch ohne ein herausragendes Ergebnis der Freien Wähler zieht Engin Eroglu ins Europäische Parlament ein. Trotz seiner 22-jährigen kommunalpolitischen Erfahrung wird vieles Neuland sein.

Für den 37-jährigen Schwalmstädter beginnt am 1. Juli ein neuer Abschnitt. 

Als seine Schwerpunkte nennt Eroglu Finanz- und Wirtschaftsthemen sowie Industriepolitik. Zwei Freie Wähler werden künftig im EU-Parlament sitzen. An seiner Seite sitzt Ulrike Müller, eine Biolandwirtin aus dem Allgäu. Sie hat bereits eine Legislaturperiode Erfahrung.

Die Freien Wähler sind auf EU-Ebene Mitglieder der Europäische Demokratischen Partei (EDP). Die EDP wiederum hat sich mit den Liberalen zur ALDE-Fraktion zusammengeschlossen.

Zehn Parteien gibt es auf EU-Ebene, die bei der zuständigen Behörde für europäische politische Parteien und europäische politische Stiftungen registriert sind.

44 Sitzungswochen 

Martin Häusling (Grüne) ist Mitglied der Europäischen Grünen Partei (EGP). Zusammen mit der Europäischen Freien Allianz bildet sie im Europäischen Parlament die Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz.

Für Eroglu beginnt, was Häusling bereits hinter sich hat: die Wohnungssuche.

„Etwa 44 Sitzungswochen gibt es im Europäischen Parlament“, sagt Eroglu. Zum Vergleich – im Bundestag gibt nur etwa 25 Wochen.

Die Sitzungswochen dauerten von Montag bis Donnerstag. Los gehe es am 1. Juli. Viel Zeit bleibt Eroglu also nicht. Notfalls muss er ins Hotel. 320 Euro Tagespauschale gibt es für jeden Abgeordneten an jedem Tag bei der EU, der mit Anwesenheitsliste nachgewiesen wird. Das Geld könne natürlich auch für eine Wohnung verwendet werden.

8000 Euro brutto 

Auch sonst gibt es viel zu organisieren. Bis zu fünf Mitarbeiter wird Eroglu anstellen: drei in Brüssel, und je einen in Straßburg und einen im Büro im Schwalm-Eder-Kreis. 24 000 Euro stehen ihm monatlich dafür zur Verfügung. Weitere 4500 Euro für Auslagen beziehungsweise Aufwendungen rund um die Büros. Das Geld fließe aber nur, wenn man auch Mitarbeiter einstelle. Er selbst erhält etwa 8000 Euro brutto zuzüglich einer Aufwendung für die tatsächlich zurückgelegten Kilometer.

Wenn es losgeht, möchte er mit den Freien Wählern für Bürgernähe stehen. „Wir wollen die Probleme der Menschen lösen“, sagt Eroglu. Sie würden sicher nicht die neue Klimapartei. Auch wenn man für den Energiewandel stehe, sei Ökologie das Alleinstellungsmerkmal der Grünen.

„Wir wollen die Menschen in Deutschland entlasten, ich sehe die Freien Wähler als Entlastungspartei.“ Dazu gehöre auch, den gehörigen Verwaltungsapparat abzubauen. Es gebe Bereiche, in denen sei die EU-Verwaltung zu sehr aufgebläht. Das gelte aber auch für Deutschland. Außerdem wolle er den Nationalisten rund um die AfD entgegentreten. „Ich bin doch bestes Beispiel mit meinem Migrationshintergrund. Noch dazu stamme ich aus armen Verhältnissen.“Aber mit einer gelungenen Integration sei vieles möglich.

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