Natur als Müllhalde

Feldwege sind Brennpunkte: Ordnungsämter müssen viel Unrat entsorgen

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Reichlich Schrott: Fund einer Müllsammlung in Trutzhain.

Schwalm-Eder. Die Fälle illegaler Müllablagerungen im Schwalm-Eder-Kreis häufen sich. Die Ordnungsämter klagen, dass Wälder und Grünflächen immer wieder als Müllkippen dienen.

Besondere Brennpunkte sind dabei laut Karl Gerhard Nassauer vom Forstamt Jesberg vor allem im Bereich von Bundes- und Landesstraßen mit Feldweg-Einfahrten. Die Palette reicht dabei von Windeln und Hausmüll bis hin zu Elektrogeräten und Autoreifen.

Den Ordnungsämtern sind in den meisten Fällen die Hände gebunden. „Wir entsorgen den Müll zwar, wenn wir Hinweise haben, meist ist es aber unmöglich, den Verursacher zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen“, sagt Doris Heinmüller, Leiterin des Ordnungsamts Schwalmstadt.

Mehr als ärgerlich: Illegale Müllentsorgung, wie hier Autoreifen am Spießturm bei Spieskappel, sind kein Kavaliersdelikt. Sie werden mit einer Geldbuße von bis zu 1000 Euro geahndet. 

Dies gelinge allerdings nur in einigen wenigen Fällen, wie auch Udo Maikranz vom Ordnungsamt Borken bestätigt. Etwa dann, wenn der Verursacher von Zeugen bei der Tat beobachtet wurde oder, wenn in illegal entsorgten Müllsäcken Briefe oder Ähnliches gefunden werden, welche die Identität des Verursachers verraten. Deutlich häufiger sei in jüngerer Zeit zu beobachten, dass Baustoffe illegal entsorgt werden, was aus Sicht des Naturschutzes ein massives Problem bedeutet, sagt Nassauer.

Illegaler Müll ist aber nicht nur im Außenbereich ein zunehmendes Problem. „Insgesamt hat illegale Müllentsorgung auf allen städtischen Flächen zugenommen“, klagt Cornelia Berresheim vom Ordnungsamt Homberg. Das bestätigt Roland Schmidt vom Ordnungsamt in Melsungen: „Ob auf Feldwegen oder Grünflächen – wir finden immer wieder illegal entsorgten Müll.“ Meist erfahren die Ordnungsämter durch Hinweise aus der Bevölkerung von illegalem Müll. „Oft stehen wir aber vor dem Problem, dass uns genauere Angaben zum Fundort fehlen. Dann können wir nichts tun“, sagt Doris Heinmüller.

Babywindeln im Schützenwald: Isa Mühling aus Schwalmstadt schickte uns dieses Bild. 

Bußgeld für illegale Entsorgung

Im Bußgeldkatalog ist festgelegt, wie hoch ein Bußgeld im Falle illegaler Müllablagerung ausfällt. Die Spanne reicht dabei von zehn Euro bei „unbedeutenden Produkten“, etwa Pappbecher, Taschentücher oder Zigarettenschachteln, bis hin zu 50 000 Euro für Bauabfall mit „Verunreinigungen schädlicher Art“. Für illegal abgelagerte Altreifen sind bis zu 1000 Euro zu entrichten. Pflanzliche Abfälle werden mit 10 Euro (Müll bis ein Eimer) bis hin zu 1000 Euro bei Mengen von mehr als einer Lastwagenfuhre geahndet. Illegal entsorgte Schlachtabfälle und Tierkadaver werden mit einem Bußgeld von bis zu 1000 festgesetzt.

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