Waschbären und Füchse nehmen Ortschaften im Schwalm-Eder-Kreis ein

Abschuss nur mit Erlaubnis: Schutz vor Fuchs und Waschbär

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Unbeliebter Gast: Wildtiere wie Waschbären und Füchse werden in vielen Kommunen zum Problem, da sie viele Schäden auf Grundstücken anrichten. 

Schwalm-Eder. Wer einen Fuchs oder Waschbär im Garten oder gar Haus hat, sollte nicht selber zur Flinte greifen, sondern sich an seine Gemeinde oder den zuständigen Jagdausübungsberechtigten wenden.

Denn nur diese können Ausnahmegenehmigung bei der Unteren Jagdbehörde beantragen. In Schwarzenborn wurde auf Antrag die gewünschte Genehmigung zügig erteilt. 

Zunächst wolle man die Füchse nun erst einmal vergrämen, sollten diese Maßnahme keinen Erfolg zeigen, werde man Lebendfallen einsetzen, sagte Bürgermeister Jürgen Liebermann und lobte die Kritik des Landkreises in Bezug auf die neue Jagdverordnung: „Der Schwalm-Eder-Kreis handelt hier absolut im Sinne der Kommunen.“

Laut hessischem Umweltministerium kommen in Hessen sowohl Füchse als auch Waschbären in großer Zahl vor. Die seit knapp 60 Jahren beobachteten Streckenzahlen, welche Rückschlüsse auf die Populationen erlauben, weisen steigende Trends auf. Es sei deshalb nicht verwunderlich, dass die Tiere als Nahrungsgeneralisten zunehmend den urbanen Raum für sich entdecken, so ein Sprecher: „Die vielfältige und einfach verfügbare Nahrung, Unterschlupfmöglichkeiten in Scheunen, auf Dachböden und in Brennholzstapeln sowie die kaum stattfindende dortige Verfolgung durch den Menschen prädestinieren die Dörfer als Lebensräume für Fuchs und Waschbär.“

Für den Ersten Kreisbeigeordneten Jürgen Kaufmann ist es absolut unverständlich, dass das Umweltministerium einerseits die Biodiversität als wichtigen Schwerpunkt setzt, aber andererseits in Kauf nimmt, dass durch die rasante Ausbreitung des nicht heimischen Waschbären unter anderem die Artenvielfalt bei Bodenbrütern gefährdet wird. Die in der Jagdverordnung verankerte Schonfrist für Waschbären sei nicht nachvollziehbar, so Kaufmann.

Füchse und Waschbären nur mit Erlaubnis schießen

Das Umweltministerium weißt darauf hin, dass in Ausnahmefällen Tiere nach dem Lebendfang durch geeignete Personen mit einer Schießerlaubnis auch getötet werden dürfen. Befriedete Bezirke seien von der neuen Schonzeitregelung für Waschbären ausgeschlossen, so ein Ministeriumssprecher: „Dies gilt allerdings nicht für das zur Aufzucht notwendige Elterntier.“

Um nicht noch mehr Wild in die Ortschaften zu locken und um Schäden auf Grundstücken zu vermeiden, gilt es laut Kaufmann zwei Regeln zu beachten: Füttern verboten und Lebensmittelreste gehören nicht auf den Kompost.

Darüber hinaus empfiehlt der Kreis den Einbau von Schutzmaßnahmen um das Eindringen in Gebäude zu verhindern. Der Aufstieg auf das Dach kann durch Manschetten oder mit Dreivierteltrichtern an Dachrinnen gesichert, Einstiege mit solidem Baumaterial verschlossen werden.

Bäume und Sträucher sind so weit zurückzuschneiden, dass ein Überspringen auf das Dach für die Tiere nicht möglich ist. Katzenklappen nachts verschließen.

Für Haustiere, die Kontakt mit Wildtieren haben, empfiehlt der Kreis Impfungen sowie Wurmkuren. 

Auf schriftliche Anfrage teilte das hessische Umweltministerium mit, dass Meldungen über Wildtiere in den Siedlungen wie dem Schwarzwild in Berlin aber auch Füchse und Waschbären in den vergangenen Jahrzehnten immer häufiger vorkommen. Dies sei schon lange vor Inkrafttreten der hessischen Jagdverordnung der Fall gewesen.

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