Erholung in der Schwalm

Gastelterninitiative hat wieder Kinder aus Region Tschernobyl zu Gast

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Kinder aus Rudnja: Die jungen Gäste erwartet in der Schwalm ein umfangreiches Programm, unter anderem wurde im Backhaus in Obergrenzebach Pizza gebacken. 

Obergrenzebach. 21 Schüler aus dem weißrussischen Rudnja bewiesen am Freitagvormittag in Obergrenzebach ihr Talent als Pizzabäcker.

Beim Belegen der Pizzen im Backhaus waren die Kinder sichtlich mit Spaß bei der Sache. Die Zutaten für das italienische Nationalgericht hatten der Ortsbeirat und die Metzgerei Luckhardt aus Seigertshausen gespendet.

Bereits zum 25. Mal ermöglicht die Gastelterninitiative „Kinder von Tschernobyl Schwalmstadt“ zurzeit Schülern aus Weißrussland einen abwechslungsreichen Erholungsurlaub in Nordhessen. Wie immer ist von Anfang an alles hervorragend organisiert. Gemeinsam mit fünf Vereinsmitgliedern hatte sich Frank Köhler, der Vorsitzende der Initiative, auch diesmal wieder auf den 1700 Kilometer langen Weg gemacht, um die Kinder in Rudnja abzuholen.

Frank Köhler

Die Fahrt durch Osteuropa in die Schwalm dauerte 27 Stunden. Sowohl An-, wie auch Rückreise erfolge mit dem Bus des Partnervereins Homberg-Stolin, sagte Köhler: „Das ist ganz gut, die kennen sich in der Gegend dort aus.“

Untergebracht sind die elf bis 12-jährigen Schüler, Lehrer und Dolmetscher bei Gasteltern aus Obergrenzebach und umliegenden Orten. „Es ist immer die sechste Klasse aus Rudnja, sodass auch jedes Kind die Chance hat, einmal nach Deutschland zu kommen“, erklärte Frank Köhler.

Alle Kinder leiden an Folgen

Nach wie vor dient der Deutschlandaufenthalt auch der Genesung und Erholung. Auf den ersten Blick mag man es vielleicht nicht sehen, aber alle Kinder leiden auch heute noch an den Folgen des Reaktorunfalls von 1986. Jeder Schüler aus der Gruppe habe Probleme mit der Schilddrüse, manche zusätzliche auch noch dem Herzen und den Zähnen, sagt Köhler nachdenklich: „Wer denkt, dass die Probleme weniger werden, irrt sich. Ich habe den Eindruck, dass es schlimmer wird.“

Bei der Salatkirmes

Umso wichtiger die ungezwungenen Tage und Stunden in der Schwalm. Nach dem Pizzabacken ging es am Samstag in den Fort-Fun-Freizeitpark und am Sonntag nahmen die jungen Weißrussen in eigener Tracht am Salatkirmes-Festzug in Ziegenhain teil. In den kommenden Tagen stehen unter anderem auch noch der Besuch des Herkules und ein Benefiz-Fußballspiel auf dem Programm. Ende des Monats geht es dann wieder mit dem Bus zurück nach Rudnja.

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