Gastjäger aus Holland erschoss zwei Tiere

Nach Abschuss von zwei Hunden: Verband ruft Jäger zur Zurückhaltung auf

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Neustadt/Alsfeld. Nachdem ein Gastjäger aus Holland bei Alsfeld einen Hund erschossen hat, ruft der Landesjagdverband alle Jäger zu äußerster Zurückhaltung beim Abschuss von Hunden im Jagdrevier auf.

Dem Fall in Alsfeld ging am 4. Januar, ebenfalls einem Sonntag, ein ganz ähnlicher voraus. An diesem Tag ging Martin Holland-Letz am späten Nachmittag mit seiner fünfjährigen Tochter und seinem jungen Riesenschnauzer an der Gemarkungsgrenze zwischen Neustadt und Wiera spazieren. In einem Moment der Unachtsamkeit sei der Hund in die Büsche gelaufen. Minuten später hörten Vater und Tochter zwei Schüsse. Der Jäger, der das Tier der Familie Holland-Letz getötet hatte, wies den entsetzten Eigentümern noch den Weg zu ihrem toten Hund und behauptete, der habe ein Reh am Hals gepackt.

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Der Landesjagdverband bestätigt jetzt in seiner Pressemitteilung beide Fälle, geschossen hätten beide Male holländische Jagdscheininhaber als Jagdgäste. Pressesprecher Dr. Klaus Röther: „Der Jagdverband verurteilt grundsätzlich jeden voreiligen Hundeabschuss aufs Schärfste. Wir setzen stattdessen auf das vermittelnde Gespräch zwischen Jägern und Hundebesitzern.“

Nun müsse die Staatsanwaltschaft klären, was sich in diesen beiden jüngsten Fällen genau abgespielt habe. „Trifft die Berichterstattung über den Abschuss des Labradors im Wald bei Alsfeld zu, hat der Gastjäger den Vierbeiner entweder mit einem Reh verwechselt oder ohne jeglichen Grund getötet. Beides widerspricht krass den Jagdgesetzen und der jagdlichen Ethik“, kritisiert Röther. Dabei sei offensichtlich sogar der Hundebesitzer gefährdet worden. Auch beim Tod des Riesenschnauzers der Familie Holland-Letz, der am 4. Januar im Wald bei Neustadt erschossen wurde, ergeben sich laut Pressesprecher Fragen zum Verhalten des holländischen Jagdgastes. (aqu)

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