Impfstoff hatte kaum Wirkung

Täglich bis zu 20 Meldungen: Heftigste Grippewelle seit zehn Jahren im Schwalm-Eder-Kreis

Schwalm-Eder. Die Grippewelle im Schwalm-Eder-Kreis ist so gut wie überstanden. Aktuell erhält das Gesundheitsamt in Homberg laut Gesundheitsamt-Leiter Dr. Ulrich Klinge durchschnittlich noch eine Meldung pro Tag.

In diesem Winter sei die Grippewelle im Vergleich zu den Vorjahren deutlich heftiger ausgefallen. Auf dem Höhepunkt der Grippewelle – Ende Februar, Anfang April – gingen beim Gesundheitsamt in Homberg im Schnitt bis zu 20 Meldungen täglich ein, fünf Menschen starben infolge der Grippe im Landkreis, erklärt Dr. Klinge. 

Insgesamt wurden bis zum Wochenbeginn 266 Grippefälle gemeldet. Zum Vergleich – im vergangenen Jahr waren es 88. „Die Grippewelle war in diesem Jahr besonders heftig. In dieser Stärke gab es das seit zehn Jahren nicht“, erläutert Klinge. Los ging es Anfang Februar, da stiegen die Zahlen langsam an und nahmen mehr und mehr zu.

Es habe mehrere Gründe, warum die Grippewelle im vergangenen Winter so heftig ausgefallen sei, meint Klinge: „Der Erreger war ein anderer, als die Arzneimittelindustrie vorhergesehen hat.“ Auf dieser Vorhersage basiert letztlich der Impfstoff. Dieser wird so zusammengesetzt, dass er gegen den zu erwartenden Erreger wirkt. „Meist liegen die Gesundheitsorganisationen mit ihren Prognosen richtig, in diesem Jahr aber leider nicht, so Klinge. Der Impfstoff konnte somit nicht ausreichend wirken.

„Später hat man dann mit einem speziell weiterentwickelten Vierfach-Impfstoff reagiert, der hat aber die große Masse an Grippe-Erkrankten gar nicht mehr erreicht“, erläutert der Gesundheitsamt-Leiter. Dazu kommt das kalte Winterwetter, was das Immunsystem schwächt. „All diese Faktoren zusammen haben dazu beigetragen, dass die Grippewelle in diesem Jahr so heftig ausgefallen ist“, erklärt Klinge.

Rubriklistenbild: © picture alliance /Christina Sab

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