Arbeitsplätze in der Natur

Hephata-Diakonie bietet Berufshilfe für Flüchtlinge in der grünen Lunge

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Nicht nur mit ökologischer Mehrwert: Das Naturlehrgebiet wird für soziale Projekte genutzt. Zum Beispiel bietet Hephata dort Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge.

Treysa. „Wir tragen mit dem Angebot dazu bei, dass das ,Wir Schaffen Das‘ wirklich passiert.“

Das Angebot, das Diplom-Pädagoge Lothar Eberhardt, Leiter der Hephata-Berufshilfe, meint, sind Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge. Diese bietet die Hephata-Berufshilfe im Treysaer Naturlehrgebiet und in der Neuen Mühle im Borkener Stadtteil Gombeth an.

Das neue Angebot der „Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge“ umfasst gemeinnützige und zusätzliche Tätigkeiten. Die Teilnehmer haben ihr Asylverfahren abgeschlossen und werden vom Jobcenter zugewiesen. Die Berufshilfe bietet insgesamt jeweils zwölf Plätze im Treysaer Naturlehrgebiet und in der Alten Mühle Gombeth bei Borken an. Alle Plätze sind derzeit belegt. Die Teilnehmer arbeiten drei Tage pro Woche jeweils acht Stunden und besuchen am vierten Tag einen speziellen Sprachkurs. Zunächst ist das Angebot bis Ende 2017 befristet. „Ich gehe aber davon aus, dass wir eine Perspektive von zwei bis drei Jahren haben“, sagt Eberhardt.

Er bezeichnet das Angebot als eine Kombination aus sinnstiftender Tätigkeit, sprachlicher Qualifikation und niedrigschwelligem Zugang zum Arbeitsmarkt. „In Treysa können wir so die Attraktivität des Naturlehrgebietes steigern, ansonsten läge das städtische Areal, das für alle Bürger offen ist, brach. In Gombeth wird das Mühlenareal aufgewertet.“

Im Treysaer Naturlehrgebiet sind zwölf Frauen und Männer tätig. Sie sind zwischen 23 und 38 Jahren, kommen aus Eritrea, Somalia, Syrien, Iran und dem Irak. Die meisten haben noch keinen Integrations- oder Sprachkurs absolviert. Sozialarbeiterin Annette Helfers, Mitarbeiterin der Hephata-Berufshilfe, ist sowohl für die handwerkliche Arbeit als auch den Sprachkurs zuständig. Sie und die geflüchteten Menschen befreien die Wege vom Laub, beleben die Kräuterspirale und den Bauerngarten, legen einen Sinnespfad an, bauen Insektenhotels, streichen und schrauben. Hilfe bekommen sie dabei von Auszubildenden und Mitarbeitern im Ausbildungsbetrieb Garten- und Landschaftsbau der Hephata-Berufshilfe.

Den vierten Tag in der Woche verbringen die Teilnehmer in einem Holzpavillon beim Deutschunterricht. Zum lebenspraktischen Unterricht gehören Scrabble spielen, Uhrzeiten, Straßenkarten und Stadtpläne lesen lernen, also in erster Linie Konversation.

Wenn sie im Naturlehrgebiet sind, kaufen Annette Helfers und die Teilnehmer mittags ein, kochen und essen zusammen.

Gekocht wird in der Mini-Küche des Holzpavillons. „Wir stellen kostengünstige, typische Gerichte her, wie Kartoffeln und Grüne Soße, Pfannkuchen oder auch Nudeln mit roter Soße. Dabei kommt man noch mal ganz anders in Kommunikation und lernt nebenbei Vokabeln und Grammatik“, sagt Annette Helfers. 

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