Ton verbindet Treffpunkt

Kunsthaus Michelsberg: Neues Zentrum für Schwalmstädter Ortsteil

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Kreative Mitte im alten Töpferdorf: Delia Henss (links) und Ulrike Otto stellen Ende der Woche ihre Machbarkeitsstudie zum Projekt Kunsthaus im Dorfgemeinschaftshaus vor.

Michelsberg. In Michelsberg soll es bald einen neuen, kreativen und kulturhistorischen Mittelpunkt geben: Drei Häuser – das Kunsthaus, das Dunknetscher-Haus und das Grapenhaus – wachsen zusammen.

Das ist der ambitionierte Plan von Delia Henss und Ulrike Otto. Sie stellen Ende der Woche eine Machbarkeitsstudie vor. Pünktlich zur 25. Auflage der Sommerwerkstatt soll daraus eine gemeinnützige Gesellschaft werden (siehe Hintergrund).

Für die Konzeption haben sich die Frauen bewusst Zeit gelassen: „Wir haben viel gebrütet, Expertisen eingeholt, Fachleute befragt“, erläutert Künstlerin Delia Henss. Es geht jetzt in kleinen Schritten voran.

Seminar- und Werkstatthaus

„Wir gründen eine Gesellschaft als Träger und stellen die Förderanträge für die erste Projektphase.“ Gefördert werden soll das Bauvorhaben von der Leader-Region. Erhalten wollen Henss und Otto gewachsene und kulturelle Werte des Dorfes: In der ersten Phase soll der ehemalige Dorfladen in ein Seminar- und Werkstatthaus umgebaut werden. Darauf folgt die ehemalige Sparkasse, die eine Ausstellung zur Töpfertradition beherbergen soll und Gast-Künstlern Raum bietet.

Werte wahren und sie mehren – das ist langfristig das Ziel: „Das Modell der Aktiengesellschaft darf keinen Profit machen. Alles muss reinvestiert werden“, verdeutlicht die Michelsbergerin. Zudem orientiere sich das Konzept am einstigen gemeinschaftlichen Tun Michelsbergs. „Früher wurde im Dorf vieles gemeinschaftlich genutzt“, sagt sie.

Kooperationen geplant

Von der Restaurierung der Häuser soll auch das Dorf profitieren. „Wir erhoffen uns eine Wiederbelebung des alten Dorfkerns“, erklärt Ulrike Otto. Eine Art Szenequartier auf dem Land stellen sich die Frauen vor. Alle Angebote und Veranstaltungen sollen inklusiv sein und sich vielen Menschen und Facetten öffnen.

Nicht allein wollen die Michelsberger ihre Häuser bespielen. „Wir kooperieren mit sozialen Einrichtungen und Organisationen, wollen Schulen, Kitas und Ausbildungseinrichtungen anbinden“, so Delia Henss.

Geplant ist ein Mix aus Honorarkräften und Freiwilligen. Im Grapenhaus soll neben einer Dauerausstellung zum Tonvorkommen und der -verarbeitung eine Gastwerkstatt entstehen. Es soll gelingen eine Verbindung zu schaffen zwischen regionaler Geschichte und zeitgenössischer Kunst. „Wir wünschen uns, dass das Unfertige dazu einlädt, sich hier einzubringen – alles ist möglich“, sind Delia Henss und Ulrike Otto überzeugt.

Vorstellung des Projekts am Freitag, 19. Mai, 18 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus Michelsberg.

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