Pflegeheim: Durch Mikro-Chip sollen Bewohner nicht weglaufen können

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Senioren im Park

Schwalm-Eder. Immer häufiger werden Menschen in der Region als vermisst gemeldet. Verwirrte oder erkrankte Personen aus Pflegeeinrichtungen schweben schnell in Lebensgefahr, wenn sie sich verlaufen oder ihnen lebenswichtige Medikamente fehlen.

Um das zu vermeiden, versuchen die Betreuer in den Seniorenzentren im Landkreis rechtzeitig zu merken, wenn Bewohner weglaufen. „Es gibt aber keine hundertprozentige Sicherheit“, sagt Ulrich Schneider, Geschäftsführer vom DRK Schwalm-Eder, das unter anderem das Seniorenzentrum in Ziegenhain betreibt. Denn eingesperrt wird niemand.

Menschen, die dazu neigen wegzulaufen, tragen einen Chip an der Kleidung, beispielsweise im Schuh. „An den Ausgängen gibt es unsichtbare Schranken, die melden, wenn die Person das Gebäude verlässt“, erklärt Schneider.

Das System wird auch von der Hephata Soziale Dienste und Einrichtungen (HSDE) genutzt. Das Unternehmen betreibt Seniorenzentren als Tochterfirma der Hephata Diakonie. Die HSDE nutzt aber auch solche Sender, mit denen Bewohner geortet werden können. Zwei Senioren in Treysa tragen einen solchen GPS-Sender. „Diese beiden Menschen haben eine starke Weglauftendenz“, erklärt Geschäftsführer Markus Simmel.

Sender oder Chips dürfen aber nur nach Einwilligung des Betreuers oder per Gerichtsabeschluss genutzt werden, wie Simmel und Schneider betonen. Dazu muss von einem Arzt diagnostiziert sein, dass die Menschen weglaufen - was nicht immer der Fall ist.

„Oft entwickelt sich eine solche Tendenz erst im Krankheitsverlauf“, erklärt Schneider. Vor allem Menschen mit Demenz entwickelten den Bewegungsdrang erst, wenn sie in das Heim einziehen. Sie verspürten dann den Zwang, nach Hause zu laufen. Vor allem die ersten Wochen in der ungewohnten Umgebung sind laut Schneider gefährlich.

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