Nachruf: Motorradpfarrer Wolfgang Maltzahn ist tot

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Galt als Motorradpfarrer Nordhessens: Wolfgang Maltzahn. 

Leimsfeld/Schwalm. Er geht als der Motorradpfarrer Nordhessens in die Annalen ein, Wolfgang Maltzahn ist einem schweren Krebsleiden erlegen. Er wurde 65 Jahre alt.

Wie Dekan Christian Wachter mitteilte, ist Maltzahn bereits am 21. Januar gestorben. Er habe zuletzt in Göttingen gelebt und wurde im engsten Familienkreis beerdigt.

Seit 2001 schon war Maltzahn ehrenamtlicher evangelischer Pfarrer. Ganz zu Beginn war er Jugendpfarrer gewesen, auch arbeitete er einige Jahre als Geschäftsführer einer Diakonieeinrichtung und Ausbilder für Notfallseelsorger.

Besonders im Gedächtnis bleibt Maltzahn als der Motorradseelsorger im Kirchenkreis und in der Region, der er über fast 20 Jahre war. 1997, als er Pfarrer des Kirchspiels Niedergrenzebach wurde, hatte er damit begonnen.

Schon in den Jahren 1981 bis 1983 war Wolfgang Maltzahn Vikar im Kirchspiel Niedergrenzebach unter dem damaligen Pfarrer Karl-Ludwig Voss gewesen.

Matthias Probst von den Motorradfreunden Leimsfeld erinnert sich. Maltzahn hatte damals im Oktober 1997 einen Gedenkgottesdienst für tödlich verunglückte Motorradfahrer angekündigt. Das wurde die Initialzündung zu den Anfahr- und Saisonabschlussveranstaltungen in Leimsfeld, die immer mehr Biker auch von weither anzogen. „Es war sofort, als ob man sich schon viele Jahre kannte“, erzählt Matthias Probst.

In seinen Gottesdiensten appellierte Maltzahn, der selbst begeistert Motorrad fuhr, Rücksicht und Vernunft walten zu lassen. Aber er vergaß auch nie, über die Lust und den Spaß am Fahren zu sprechen.

Ethische Arbeitsfelder

Und Maltzahn interessierte sich früh, noch in seiner Schwälmer Zeit, für ethische Arbeitsfelder im Bereich der Sterbebegleitung. Anfang Februar war im Göttinger Tageblatt ein Nachruf auf Dr. Wolfgang Maltzahn zu lesen, in dem der Hospizverein Friedland seine Arbeit als 1. Vorsitzender („Herzstück und Motor“) würdigt.

Dass seine Dynamik weiter wirkt, hoffen auch die Motorradfreunde Leimsfeld, konkret, dass es weitergeht mit den Saisontreffen.

Nach Angaben von Matthias Probst soll es auch dieses Frühjahr das Anfahren mit geistlichem Beistand geben, voraussichtlich am Samstag, 22. April. Im Rhein-Main-Gebiet wurde ein Seelsorger gefunden, der übergangsweise die Lücke füllen will.

Dann, so Corsoleiter Probst, werde man auch Maltzahn noch gedenken. „Im vorigen Herbst dachten wir alle noch nicht, dass es so kommen würde.“ 

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