Der Storchenvater ist tot

Nachruf: Vogelexperte Kurt Knauff erlag einem Krebsleiden

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Der Storchenfachmann: Horst Knauff ist tot. Der Loshäuser starb in der vergangenen Woche im Alter von 78 Jahren. 

Loshausen. Er war der Mann mit der „Mission Storch“: Der Schwälmer Storchenexperte Kurt Knauff ist tot.

Der Loshäuser ist im Alter von 78 Jahren in der vergangenen Woche gestorben. Er erlag einem Krebsleiden. Den Schwälmern hat er wie kein anderer die Welt der Störche näher gebracht.

Nun bleibt die Tür der Werkstatt des Tischlermeisters geschlossen, sein Fernrohr wird er nicht mehr auf das Storchennest auf den Schornstein der ehemaligen Molkerei richten. Kurt Knauff war als Storchenvater über die Kreisgrenzen hinaus bekannt, sogar diverse Fernsehteams reisten nach Loshausen, filmten den Storchenfreund.

Unvergessen ist seine ungewöhnliche Rettungsaktion, als 2009 ein Storchenmann tot vom Himmel gefallen war und die Jungvögel im Nest zu verhungern drohten. Als Storchenpapa wurde er damals überregional bekannt. Storchennestnachbar Knauff unterstützte die Storchenmutter bei der Fütterung: Mit kleinen Fischen sowie klein geschnittenem Fleisch erhielt er zusammen mit der Storchenfrau die Halbwaisen am Leben. In einem kleinen Buch notierte Kurt Knauff alle wichtigen Informationen seiner Störche.

Seit 1942 kommen Weißstörche regelmäßig ins Schwälmer Land, nur in den Jahren 1985 bis 1997 pausierten die Vögel. In all den Jahren kümmerte sich Kurt Knauff um die Störche und nahm intensiv Anteil am Wohl und Wehe der Störche. Kurt Knauff war nicht nur engagierter Storchenfreund, sondern auch ein Tischlermeister, der sein Handwerk verstand. 27 Jahre prägte er als Hausmeister das Anwesen der Melanchthon-Schule Steinatal und wirkte dort noch über seinen Ruhestand hinaus als Lehrkraft im Unterrichtsfach Werken.

Unterstützte viele Projekte

In seiner Werkstatt auf seinem Hof in Loshausen war er immer leidenschaftlich am Werk und unterstützte viele Projekte im Dorf. Vor einigen Jahren bekam er den Goldenen Meisterbrief der Kreishandwerkerschaft, für seine Storchenverdienste wurde er von der Gemeinde Willingshausen geehrt. Weiter war Knauff als Ortsbrandmeister bei der Feuerwehr Loshausen tätig, unter ihm wurde 1969 die Jugendfeuerwehr gegründet, 2009 wurde er für über 50 Jahre Mitgliedschaft bei der Feuerwehr Loshausen geehrt.

Im Knauff-Verband aktiv

Nicht zu vergessen ist seine jahrzehntelange Mitgliedschaft im Familienverband Knauff, Knauf und Knauft e.V. mit alljährlichen Treffen, bei denen Kurt Knauff mit seiner Frau immer präsent war.

Mit seiner Frau Elisabeth war er oft mit dem Fahrrad unterwegs und beide liebten die Gartenarbeit, im Jahre 2013 feierte das Paar Goldene Hochzeit. Natürlich war Kurt Knauff auch ein Familienmensch, seinen Sohn mit dessen Frau und seinen Enkel besuchten das Ehepaar Knauff oft in der Nähe von Hamburg.

Die Geburt der sechs Jungstörche im Schwälmer Land hat Kurt Knauff noch freudig mitbekommen und bis zuletzt gehofft, den Schwälmern den ersten Flug eines Jungstorches vermelden zu können.

Kurt Knauff wird uns allen fehlen.

Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung am Montag, 26. Juni, ab 14 Uhr von der Friedhofskapelle Loshausen aus.

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