Nachruf auf Ehrenobermeister der Friseure

Schwalm-Eder: An jedem Tag mit Freude ans Werk

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Karl-Heinz Heyde, Ehrenobermeister der Friseur-Innung Schwalm-Eder, ist tot.

Karl-Heinz Heyde, Ehrenobermeister der Friseur-Innung Schwalm-Eder, ist tot.

In Ziegenhain und der Schwalm war er über Jahrzehnte der Friseur schlechthin, für sein Handwerk und die Ausbildung trat er mit großer Energie ein. Jetzt ist er nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren gestorben.

Der Nachwuchs war ihm wichtig, die fundierte Ausbildung und die pädagogische Seite des Berufs haben Heyde immer gereizt. Um die 450 Lehrlinge half Heyde in all den Jahren auszubilden. Das Klischee vom schlecht bezahlten Beruf hörte er gar nicht gern, verwies auf die guten Chancen für junge Geschäftsgründer.

Friseur aus Leidenschaft

Für ihn selbst waren die Dinge zunächst alles andere als leicht. In Kassel am 18. April 1938 geboren, wuchs er später bei den Großeltern in Bad Wildungen auf. 1953 wurde er in dem Kurort bei einem Herrenfrisör in die Lehre geschickte, „einfach, weil es sich so ergab“, so erzählte er anlässlich seiner Auszeichnung als Goldmeister im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bald nahm er das Damenfach hinzu, packte ihn die Leidenschaft für das Handwerk. Seine Wanderjahre führten ihn weit umher bis nach München, Düsseldorf und Duisburg, wo er an der Verbandsfachschule sein Faible fürs Lehren entdeckte.

Geschäft in Ziegenhain

Sein eigenes Geschäft baute Karl-Heinz Heyde ab 1962 in Ziegenhain auf. 20 Jahre lang unterrichtete er an der Berufsschule, wurde Innungsobermeister, in zahlreichen Gremien arbeitete er zwischen 1966 und 2006 mit, war in der Innung Ziegenhain und später Schwalm-Eder aktiv, so im Gesellenprüfungsausschuss. Im Vorstand war er 1975 bis 1987 als stellvertretender Obermeister aktiv, danach bis 1996 als Obermeister. Mit der Verschmelzung der drei Innungen zur Friseurinnung Schwalm-Eder wurde er zum stellvertretenden Obermeister gewählt. Beim Ausscheiden 2006 wurde er Ehrenobermeister.

Mit Ehrenbrief ausgezeichnet

2002 hatte er den Ehrenbrief des Landes Hessen erhalten, und er besaß die silberne Ehrennadel des Landes-Friseurverbandes. „Wir verlieren mit Karl-Heinz Heyde einen geschätzten Kollegen, der sich 40 Jahre ehrenamtlich für das Friseurhandwerk eingesetzt und die Fusion der Friseur-Innungen mitgestaltet hat“, sagt Obermeister Carsten Ciemer (Loshausen).

Sein Beruf bedeutete ihm sehr viel, bis zum Schluss arbeitete er tageweise in seinem Salon. In einem HNA-Artikel 2012 wird er mit diesem Satz zitiert: „Man lebt mit seinem Kundenstamm, ist mit ihm wie mit Freunden eng verbunden. Ich freue mich jeden Morgen aufs Geschäft und meine Kunden.“ Für Hobbys blieb kaum Zeit, fit hielt er sich mit Radfahren und Saunagängen.

Die Hinterbliebenen mit seiner Witwe nehmen aufgrund der Coronakrise im kleinsten Kreis Abschied.

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