Ein Ort des Neuanfangs

In Hephata konstituiert sich am Samstag die Synode

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Geschichtsträchtiger Ort: In Hephata wurde 1945 die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) gegründet. Am kommenden Samstag konstituiert sich dort die Synode des neuen Kirchenkreises Schwalm-Eder.

Die erste Kreissynode des neu gebildeten Kirchenkreises Schwalm-Eder versammelt sich am Samstag, 8. Februar, ab 9 Uhr in Hephata.

Das teilt der Geschäftsführende Dekan des neuen Kirchenkreises, Christian Wachter, mit. Er macht auch auf die historische Bedeutung dieses Tagungsortes aufmerksam: Vor 75 Jahren hat Hephata bereits mit zwei Synoden Geschichte geschrieben.

Dort wurde in einer Konferenz der evangelischen Kirchenführer 1945 die Evangelische Kirche in Deutschland gegründet und jener Kompromiss vorbereitet, der zwei Jahre später in einen Beschluss gefasst wurde, dass der Rat der EKD künftig aus zwölf Personen bestehen soll, von denen sechs aus lutherischen, vier aus unierten und aus reformierten Kirchengebieten kommen sollen.

Festhalten an traditionellen Bekenntnissen

Damals wurde nach der Zeit des Nationalsozialismus für die Kirche ein Neuanfang gesucht insbesondere mit dem Ziel, die Landeskirchen unter kirchlicher Führung zu einigen. Der damals dafür offensichtlich notwendige Kompromiss des Festhaltens an den traditionellen Bekenntnissen hat bis heute Bestand. Allein die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck hat in ihrer Grundordnung festgehalten, dass sie aus der Verschiedenheit der Bekenntnisse zu einer Kirche zusammengewachsen ist. Von daher nennt sie sich mit Recht „Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck“ (EKKW). 

Christian Wachter, Dekan

Auch die erste Synode der Landeskirche hat nur einen Monat nach Gründung der EKD in Hephata stattgefunden. Die sogenannte „Notsynode“ trat hier 1945 zusammen. Nach langwierigen Diskussionen um ein Leitungsgesetz wurde in Treysa beschlossen, das Oberhaupt der Landeskirche künftig „Bischof“ zu nennen. Gewählt wurde am dritten Tag Adolf Wüstemann (Bischof von 1945 bis 1963). In seiner Rede zum Schluss bekräftigte er, dass die Kirche künftig nicht an der Seite der Obrigkeit, sondern an der Seite des Volkes zu verorten sei, heute würde man wohl eher sagen, „an der Seite der Menschen“.

153 Synodalen

Die Synode, die sich nunmehr konstituiert, besteht aus 153 Synodalen, so Wachter. 89 wurden in ihren Gemeinden und Kirchspielen gewählt, 44 Pfarrer in den drei Pfarrkonferenzen. 15 weitere Synodale wurden noch durch die alten Kirchenkreisvorstände berufen. Die Dekanin und die Dekane sowie drei Mitglieder der Landessynode gehören der Synode kraft Amtes an. Die erste Synode wird von Wahlen bestimmt sein. Eine Person ist zu finden, die für die kommenden sechs Jahre den Vorsitz der Synode übernehmen wird. 18 Personen werden den neuen Kirchenkreisvorstand bilden. Ein Finanzausschuss wird gewählt, der die Beratungen für den Haushalt vorbereitet. Dieser wird in einer Versammlung der Synode am 27. März in Homberg auf der Tagesordnung stehen.

In den zuvor drei Kreissynoden haben zuletzt insgesamt 307 Personen mitgewirkt. In der neuen Synode sind nun nicht mehr alle Pfarrerinnen und Pfarrer Mitglied und auch die Zahl der Ehrenamtlichen, die in der Synode mitarbeiten können, ist deutlich vermindert. Grundsätzlich gilt der Schlüssel, dass die Anzahl der Laien doppelt so hoch ist wie die Anzahl der Pfarrer.

Der Verantwortungsbereich und Gestaltungsraum der Synode ist nun auf den ganzen Schwalm-Eder-Kreis ausgeweitet. 

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