Ab ins Grüne 

Hier wächst die Gelassenheit: Nostalgischer Garten der Familie Heidenreich

Ideen muss man haben: Eine alte Schubkarre wird zum üppigen Blumenbeet in Heidenreichs Garten.
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Ideen muss man haben: Eine alte Schubkarre wird zum üppigen Blumenbeet in Heidenreichs Garten.

Ohne Corona hätte am Sonntag an vielen Orten die Veranstaltung „Offene Gärten“ stattgefunden, bei der Blumenfreunde Tür und Tor geöffnet hätten. Wir besuchten drei Gärten in Elnrode/Strang.

Wer den Hang zum kleinen Gehöft am Ortsrand von Elnrode hinauf fährt, meint, er habe schon alles gesehen – dabei geht es erst hinter dem Haus richtig los. Mit viel Fantasie und handwerklichem Geschick haben Marion und Andreas Heidenreich ein parkähnliches Paradies geschaffen.

Zwischen alten Walnuss- und nicht ganz so alten Obstbäumen ist über Jahrzehnte ein naturnahes Refugium entstanden, das wie seine Besitzer große Ruhe ausstrahlt. Wer durch den Garten geht, muss Zeit mitbringen.

Alles so lassen, wie es wächst 

„Natur sucht Garten“ sei ihr Motto, sagt Marion Heidenreich beim Gartenrundgang. „Wir lassen alles stehen, wie es ist, und erziehen unsere Pflanzen antiautoritär.“ Bricht sich die Glockenblume im Kalkschotter ihre Bahn, darf sie bleiben.

Im Zentrum steht ein rundes Orakel aus Brettern und Pflanzen, das die Reiki-Meisterin für ihre Seminare nutzt. Marion und Andreas Heidenreich kennen sich seit 40 Jahren, und fast so lange werkeln sie auch gemeinsam im Garten.

Über 60 Jahre alte Rosen 

Sie haben auch Spaß an alten, nostalgischen Dingen, sagen sie. Und sie haben Platz dafür. Ihre Leidenschaft für Antikes macht selbst bei Gewächsen nicht Halt: Das Rosenbeet, das sie in einem alten Kastenbett angelegt hat, besteht aus alten, über 60 Jahre alten Rosenstöcken, die sie vor einiger Zeit bei einer Haushaltsauflösung in Niedermöllrich erwarben.

Marion und Andreas Heidenreich lieben ihr grünes Hobby: „Ich bin der Macher“, sagt der 58-Jährige. Regelmäßig fährt der gelernte Landmaschinenschlosser auch mal zum Schrottplatz und schaut, was er gebrauchen kann. Alte Zahnräder oder Eisenpüschel, die er als Blumendolden in einer durchbohrten Emailleschüssel Blicke auf sich ziehen. „Man kann die Fantasie ausleben“, so die Gartenbesitzer.

Lupinen sind die große Leidenschaft 

Obwohl sie mit vielen Ideen den Garten gestalten, wirkt alles naturnah und so, als wäre hier der rechte Platz. „Auf Dauer bleibt das, was heimisch ist und sich im Boden wohlfühlt“, sagt Andreas Heidenreich. Lupinen beispielsweise, seine große Leidenschaft. Einmal ausgesät, kommen sie seit Jahren immer wieder und lassen den Garten in einem Meer aus Lilatönen erstrahlen.

Blühsträucher wie Hartriegel, Forsythie, wilde Johannisbeere und die auch Zaubernuss genannte Hamamelis umrunden den beim Bau der A 49 abgefallenen Feldstein im Lupinenbeet und bieten Insekten ein Zuhause.

Blick ins Grüne 

„Wir haben als erstes Obstbäume gepflanzt, und dann kam eins zum anderen“, sagt Marion Heidenreich. Mittlerweile können sie zwischen acht Sitzplätzen aussuchen. Ohne Arbeit geht das alles nicht. Sechs bis acht Stunden sei sie pro Woche im Garten beschäftigt, die übrige Zeit bleibe zum Genießen. „Einmal im Jahr muss man richtig jäten, dann bleibt es“, so die Elnröderin. Nachdem ihre Mutter Käthe Lange verstorben ist, baut sie, die auch Kurse im Waldbaden anbietet, das Erdgeschoss gerade zu einer Ferienwohnung aus. Natürlich mit Blick ins Grüne.

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