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Altstadtladen in Treysa schließt Ende Juni seine Türen

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Von: Sandra Rose

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Er sollte für Belebung in der Oberstadt sorgen: 2017 startete der Laden direkt neben dem Treysaer Rathaus mit dem Betrieb.
Er sollte für Belebung in der Oberstadt sorgen: 2017 startete der Laden direkt neben dem Treysaer Rathaus mit dem Betrieb. © Rose, Sandra

Vergeblich hat ein Beirat versucht, die Zukunft des Altstadtladens auf dem Treysaer Marktplatz zu sichern – jetzt teilen die Mitglieder dessen Ende mit. Ende Juni werden Laden und Café ihre Türen schließen.

Treysa – Schon 2019 stand der Fortbestand des Projekts zur Belebung der Oberstadt auf der Kippe: Seinerzeit wurde mehrere Monaten eine Lösung für eine neue Trägerschaft gesucht, die Altstadtfreunde Treysa hatten sich doch dazu entschlossen, Laden und Café weiter ehrenamtlich zu betreiben. Ein fünfköpfiger Beirat war dann für die Organisation zuständig. „Wir verteilen die Arbeit auf mehreren Schultern, das entlastet alle“, zeigte sich damals Dr. Jochen Riege noch optimistisch.

Im März 2019 hatten die Organisatorinnen Martina Raasch und Elli Mergard erklärt, das Konzept des Ladens in dieser Form nicht weiter fortsetzen zu können – die Hauptgründe lagen bei fehlenden Ehrenamtlichen und beim Aufbringen der Ladenmiete.

Coronapandemie verschärfte die Lage

Durch die Coronapandemie habe sich die Lage zuletzt weiter verschärft, teilt Mitglied Susanne Reutter mit. Die Nachfrage sei immer geringer geworden. „Wenn nur wenige oder gar keine Kunden ins Geschäft kommen, fehlt der wichtige Anreiz der Freude am freiwilligen Dienst“, sagt auch Inge Fleschenberg vom Ladenbeirat.

Drei Tage die Woche geöffnet: Zuletzt war der Zuspruch der Kunden eher verhalten.
Drei Tage die Woche geöffnet: Zuletzt war der Zuspruch der Kunden eher verhalten. © Rose, Sandra

Zum Schluss überstiegen die laufenden Kosten die Einnahmen, so musste leider die Entscheidung zur Aufgabe fallen, heißt es weiter. Obwohl man seitens des Vermieters zuletzt viel Entgegenkommen und Verständnis aufgebracht hätte. „Alle unsere Mitstreiter haben mit großen Engagement und Herzblut Leben in die Altstadt gebracht“, ist das Team überzeugt. An Samstagen sei das Angebot von Touristen und Radfahrern erst ungläubig und dann mit Begeisterung nachmittags angenommen, heißt es weiter.

Kundschaft blieb aus

Es war jedoch mit schwindenen Besucherzahlen auch zunehmend schwieriger geworden, die Öffnungszeiten – Freitagvormittag und Samstag- sowie Sonntagnachmittag – aufrecht zu erhalten. „Die Zahl der Ehrenamtlichen schwankte stark. Wir hatten Mühe, den Dienstplan voll zu bekommen“, erklärt Reutter.

Zuletzt hätten freitags gar keine Kunden mehr den Weg in den Laden gefunden – trotz des zeitgleich geöffneten Wochenmarktes auf dem Marktplatz. Und Laufkundschaft hätte es so gut wie keine gegeben: „Wäre der Laden in der Bahnhofstraße gewesen, hätte es anders ausgesehen“, ist Reutter überzeugt. Mit Wehmut blicken die Mitglieder nun auf die bevorstehende Schließung: Im Juni sind Laden und Café nochmal samstags und sonntags, jeweils von 14 bis 17 Uhr, geöffnet. Ab Ende Juni stehen Regale, Möbel und andere Gebrauchsgegenstände des Ladens zum Verkauf. (Sandra Rose)

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