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Große Nachfrage nach dem günstigen Nahverkehrsticket in Treysa

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Von: Denise Dörries

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Lydia Kabwe vor dem Ticketautomaten. In der Hand hält sie ihr neu erworbenes Neun-Euro-Ticket.
Lydia Kabwe vor dem Ticketautomaten. In der Hand hält sie ihr neu erworbenes Neun-Euro-Ticket. © Denise Dörries

Seit Montag, 23.Mai, kann das Neun-Euro-Ticket der Deutschen Bahn am Ticketautomaten oder am Serviceschalter erworben werden.

Schwalmstadt – Der Andrang zum Verkaufsstart ist hoch, das bestätigte unserer Zeitung Franziska Ermel vom Reisezentrum im Bahnhof Treysa: „Allein heute Vormittag habe ich schon knapp siebzig Tickets verkauft.“

Eine der Ticketkäuferinnen war Lydia Kabwe. Sie deckte sich gleich mit Fahrkarten für den gesamten Angebotszeitraum ein und kann somit drei Monate für 27 Euro beliebig oft durch Deutschland reisen. „Ich werde das Ticket oft nutzen. Mit der Bahn zur Arbeit fahren, Ausflüge unternehmen oder am Wochenende verreisen, ich bin total begeistert von dem Angebot.“

Auch der 19-jährige Jeremy möchte sich das Ticket holen, um im Sommer weggezogenen Freunden einen Besuch abzustatten und in den Urlaub zu fahren. „Die weiteste Strecke, die bis jetzt auf meinem Reiseplan steht, ist Berlin“, berichtet der Auszubildende.

Kritik am Ticket

Doch auf dem Bahnhof sind nicht nur positive Stimmen zu hören. Gerade die Berufspendler haben Bedenken bei der Umsetzung des Ticketangebots. „Die Züge sind so schon viel zu voll, das auch ohne die Neun-Euro-Ticket- Nutzer“, bemängelt Anke Tobian. Die Berufspendlerin blickt auch wegen der anhaltenden Coronapandemie sorgenvoll in den Aktionszeitraum: „Oft stehen wir eng an eng im Zug, mit Blick auf Corona ist das nicht gerade vorteilhaft, wenn dann zusätzliche Fahrgäste dazukommen, wird der Zug überfüllt sein.“

Eine weitere Berufspendlerin bemängelt neben den überfüllten Bahnen auch die fehlende Hygiene in den Zügen. „Oft sind die Züge so verschmutzt und dreckig, das Problem wird bei einer höheren Anzahl von Fahrgästen wahrscheinlich noch schlimmer werden“, beschwert sich Evelin Javurek.

Auch sie kritisiert die viel zu vollen Züge und wünscht sich eine Entlastung durch den Einsatz von mehr Waggons oder Bussen. „Insgesamt finde ich die Idee gut, die Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel aufmerksam zu machen, aber es fehlt schlichtweg an Infrastruktur“, führt die Berufspendlerin fort. Da es in ländlichen Gebieten an flexiblen Fahrplanangeboten fehle, wäre eine Nutzbarkeit nur in Städten denkbar, ist sich Evelin Javurek sicher.

Eckdaten zum Neun-Euro-Ticket

Mit dem Ticketangebot wird das kostengünstige Reisen quer durch Deutschland ermöglicht. Für neun Euro im Monat kann dann beliebig oft und weit mit dem Nahverkehr durch ganz Deutschland gereist werden. Das Angebot gilt im Juni, Juli und August und ist Teil eines finanziellen Entlastungspakets für die hohen Energiepreise.

Ziel ist es, den Benzinverbrauch zu senken, und Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fördern. Es gilt zu beachten, dass die Fahrkarte nur für die zweite Wagenklasse im Nahverkehr gültig ist. Somit können Regionalbahnen, Busse oder Straßenbahnen beliebig oft genutzt werden. Die Mitnahme von Fahrrädern ist ausgeschlossen. Ein Ticket ist im Angebotszeitraum immer einen Kalendermonat gültig.

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