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Tobias Kreuter (parteilos) im Porträt: Aus der Bank ins Amt

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Von: Matthias Haaß

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HNA-Klappstuhlgespräch hinter der Stadtkirche in Treysa: Bürgermeisterkandidat Tobias Kreuter (parteilos) im Gespräch mit der Redaktion – unter anderem über Vandalismus im Stadtgebiet.
HNA-Klappstuhlgespräch hinter der Stadtkirche in Treysa: Bürgermeisterkandidat Tobias Kreuter (parteilos) im Gespräch mit der Redaktion – unter anderem über Vandalismus im Stadtgebiet. © Matthias

Heimat, Herz und Zukunft – dieses Motto steht über der Wahlkampagne von Tobias Kreuter (parteilos). Der 44-Jährige will Schwalmstadts neuer Bürgermeister werden und tritt gegen Amtsinhaber Stefan Pinhard und Mitbewerber Stefan Prinz an.

Schwalmstadt – Zum HNA-Klappstuhlgespräch trafen wir Kreuter auf dem Platz hinter der Stadtkirche in Treysa. Bei diesem Gesprächsformat bittet die Redaktion die Bürgermeisterkandidaten bewusst an Orte in Schwalmstadt, an denen Probleme sichtbar werden. In Treysas Altstadt sind das Leerstand, Verfall und auch Vandalismus.

Mit dem Thema Sicherheit wolle er sich als Bürgermeister intensiv beschäftigen, verspricht Tobias Kreuter im Gespräch und blickt auf die mit Farben beschmierte Bank hinter sich: „Die Graffiti stören mich ungemein.“ Ein Platz wie dieser sei ja auch ein Aushängeschild für die Stadt, so der Kandidat. Um die Missstände zu bekämpfen, müssten alle Schwalmstädter – nicht nur die städtischen Mitarbeiter – anpacken. Es sei Aufgabe des Bürgermeisters, die Menschen zur Zusammenarbeit zu motivieren.

Koordinieren, steuern und kommunizieren

Natürlich müsse die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen, betont der 44-Jährige. Die Mitarbeiter der Stadt würden gute Arbeit leisten, aber es fehle an Struktur und Führung. Als Bürgermeister stehe man an der Spitze der Verwaltung und habe die Aufgabe, das große Ganze zu überblicken, ist Kreuter überzeugt: „Ein Bürgermeister sollte koordinieren, steuern und kommunizieren.“

Daran habe es in der jüngsten Vergangenheit gemangelt und in der Umsetzung sei vieles auf die lange Bank geschoben worden. Hier liege auch seine Motivation für den Kampf um das Amt, erklärt der Schwalmstädter: „Ich dachte mir, das kannst du besser.“

Kreuter war der Erste der drei Kandidaten, der seinen Hut in den Ring warf. Bei der Bundesbank habe er einen interessanten Job, der ihm Spaß mache, aber Schwalmstadts Bürgermeister zu sein wäre etwas, für das er ihn aufgeben würde. Dabei ist Aufgeben wohl der falsche Begriff, denn Tobias Kreuter ist Beamter auf Lebenszeit. Dennoch bräuchten sich die Schwalmstädter keine Sorgen zu machen. Er trete an, um das Amt auch langfristig zu bekleiden, verspricht der 44-Jährige. Um alle Baustellen abarbeiten zu können „braucht man auch einen langen Atem“.

Familienvater gibt vollen Einsatz

Dabei macht der in Treysa lebende Bürgermeisterkandidat keinen Hehl daraus, dass die Familie immer an erster Stelle komme. Er werde sich für die Stadt voll und ganz einsetzen, „Schwalmstadt ist eine Herzensangelegenheit“, betont Kreuter, sagt aber auch, dass er als Familienvater nicht 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche arbeiten könne und möchte.

Schwalmstadt ist eine Herzensangelegenheit

 Tobias Kreuter

Die drängendsten Probleme sieht Kreuter bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, der Familienfreundlichkeit und dem Gewerbegebiet an der A 49. Ziel müsse es sein, die Menschen mitzunehmen, ist der 44-Jährige überzeugt und erklärt: „Ein Bürgermeister schwebt nicht über den Bürgen.“

Fähigkeit: Strukturiertes Arbeiten

Bei dem nur auf einer Homepage vorhandenen Gewerbegebiet – die Stadt vermarktet es nach wie vor als Area49 – sieht Tobias Kreuter nur in einem grundlegenden Neuanfang überhaupt noch die Chance für eine Umsetzung. Man müsse alle Beteiligten, insbesondere die betroffenen Grundstückseigentümer, wieder an einen Tisch bringen. Aus seiner Sicht ist das größte Problem in der Sache die mangelhafte Kommunikation. So wichtige Sachen diskutiere man im größeren Rahmen, meint Kreuter. Es gehe dabei auch um strukturiertes Arbeiten, eine Fähigkeit, die der Bundesbeamte nach eigener Einschätzung mitbringt.

Überhaupt legt der Schwalmstädter großen Wert auf Strukturen und würde zunächst im Rathaus eine ehrliche Bestandsanalyse machen. Schwalmstadt sei ein schlafender Riese mit Potenzial, er müsse geweckt werden, findet Tobias Kreuter. Es gebe viele Gutes, und Schwalmstadt sei ein guter Ort zum Wohnen und Arbeiten. „Aktuell hat man aber das Gefühl, es ist alles etwas eingestaubt und träge.“

ZUR PERSON: Seit 2016 in der Politik

Tobias Kreuter ist 44 Jahre alt und arbeitet seit 20 Jahren als Bundesbeamter für die Deutsche Bundesbank im Bereich der Bankenaufsicht. Seit 2016 ist er Stadtverordneter in Schwalmstadt und seit 2021 Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses. Kreuter ist parteilos, sitzt aber für die SPD im Parlament. Der 44-Jährige lebt mit seiner Frau und den drei Kindern in Treysa. Kreuter ist leidenschaftlicher Fußballspieler: Als Torwart stand er für den SC Neukirchen und dem 1. FC Schwalmstadt zwischen den Pfosten. Er spielte unter anderem in der Hessen- und Verbandsliga. Gemeinsam mit Daniel Helwig trainiert Kreuter die D3-Jugend Fußballer des FC Schwalmstadt. In seiner Freizeit joggt und werkelt der Schwalmstädter in Haus und Garten.

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