21-Jähriger bleibt in Haft

Schwalmstadt: Mann wegen Beleidigung und Stromklau vor Gericht

+
Schwalmstadt: Mann wegen Beleidigung und Stromklau vor Gericht (Symbolbild)

Für Beleidigung und Stromdiebstahl musste sich ein 21-Jähriger aus dem Altkreis vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

Der Angeklagte sitzt bereits seit einem Jahr in der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden eine Haftstrafe ab.

Bei dem erneuten Prozess ging es vor allem um drei Beleidigungen, die der junge Mann vor einem Jahr gegenüber zwei Polizeibeamten geäußert hatte. Bei dem Prozess im Februar 2019 war der Angeklagte zuerst nicht erschienen. DieJugendrichterin hatte daraufhin angeordnet, dass die Polizei ihn vorführen solle.

Polizisten im Zeugenstand

Einer der beiden Beamten berichtete als Zeuge, er sei damals mit seiner Kollegin zur Wohnung des Angeklagten gefahren. Der Angeklagte habe trotz mehrfachen Klingelns und Klopfens nicht geöffnet. Ein Nachbar habe ihnen jedoch versichert, dass der Angeklagte zuhause sei. 

Daraufhin sei er mit seiner Kollegin durch ein geöffnetes Fenster in die Wohnung des Mannes eingestiegen. „Wir fanden ihn und legten ihm Handfesseln an“, so der Polizist. Daraufhin habe der Angeklagte sie als „Spastis“ und „Bullenschweine“ bezeichnet. Außerdem habe der junge Mann noch im Gerichtsgebäude gesagt: „Die Affen sollen mir die Dinger abnehmen.“

Angeklagter konsumierte Drogen

Der Angeklagte gab die drei Beleidigungen zu, erzählte, dass er in den Tagen zuvor viele Drogen konsumiert habe und zeigte Reue. Er entschuldigte sich formvollendet bei dem Polizisten. Der vierte Anklagepunkt im neuen Prozess bezog sich auf einen Stromdiebstahl.

Der Angeklagte hatte im Februar 2019 denGesamtstrom in dem Mehrfamilienhaus, in dem er seine Wohnung hatte, angezapft. „Bei mir war der Strom abgestellt, da ich meine Rechnungen nicht bezahlt hatte“, erklärte der junge Mann. Er habe aber Hunger gehabt und sich etwas zu essen kochen wollen, außerdem habe er sein Handy aufladen wollen.

Wegen der langen Drogenkarriere ging die Jugendgerichtshilfe in ihrer Stellungnahme von einer Entwicklungsverzögerung des damals 20-Jährigen aus und empfahl, Jugendstrafrecht anzuwenden. 

Mann macht in Haft eine Ausbildung

Der Angeklagte habe sich in der Haft ausgesprochen positiv entwickelt, er absolviere eine Ausbildung, habe die Zwischenprüfung erfolgreich abgelegt und werde im Mai die Gesellenprüfung ablegen, so der Bericht. 

Die Jugendrichterin gratulierte dem Angeklagten für seine unglaublich positive Veränderung: „Damals saßen Sie hier wie ein kleiner, bockiger und trotziger Junge. Jetzt sind Sie höflich, machen Ihre Ausbildung und verhalten sich in der Haft vorbildlich.“

Haft wird verlängert

Um dem Angeklagten weiterhin beim Umgang mit seiner Sucht zu helfen, sah das Jugendschöffengericht eine Verlängerung der Haft um zwei Monate als sinnvoll an. „Sie haben noch die eine oder andere Baustelle, die Sie bearbeiten sollten“, so die Jugendrichterin.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.