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20-Jähriger aus rechter Szene zu acht Monaten Haft verurteilt

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Wegen Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung musste sich ein 20-Jähriger vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt verantworten.
Wegen Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung musste sich ein 20-Jähriger vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt verantworten. © Lea Beckmann

In dem Prozess gegen einen 20-Jährigen aus der rechten Szene (HNA berichtete) sprach die Richterin beim Fortsetzungstermin in der vergangenen Woche ein Urteil.

Schwalmstadt – Der Mann aus dem südlichen Landkreis muss für weitere acht Monate im Gefängnis bleiben. Aktuell sitzt er eine Haftstrafe in einer hessischen Justizvollzugsanstalt ab.

Rückblick: Am ersten Verhandlungstag hatte das Gericht im Wesentlichen die Anklagepunkte Beleidigung und Bedrohung verhandelt. Der junge Mann soll eine andere Person am Gießener Bahnhof beleidigt, in einem Zug eine Familie bedroht und in Treysa einen Mann getreten und geschlagen haben. Der Beleidigungsvorwurf erhärtete sich.

Die bedrohte Familie sagte aus, dass sich ein Konflikt hochgeschaukelt habe und sich beide Parteien falsch verhalten hätten. Nach beiderseitigen Entschuldigungen wollte die Familie ihren Strafantrag zurückziehen.

Angeklagte stieß 20-Jährigen vor Auto

Über den dritten Vorfall herrschten am ersten Verhandlungstag noch Unklarheiten, die sich aber im Fortsetzungstermin aufklärten: Im November 2021 soll der Angeklagte einen 20-Jährigen geschlagen, getreten und vor ein Auto geschubst haben, das noch rechtzeitig anhalten konnte. Das 20-jährige Opfer konnte sich im Gerichtssaal nicht mehr genau an das Gesicht des Täters erinnern und war sich nicht sicher, ob der Angeklagte der Täter gewesen sei.

Eine 20-jährige ehemalige gute Bekannte des Angeklagten fuhr zum Tatzeitpunkt mit zwei Freunden am Tatort vorbei. Die 20-Jährige alarmierte die Polizei, weil ihr das Opfer nach eigenen Angaben leidtat. Sie war sich vor Gericht sicher, dass der Angeklagte der Täter gewesen sei. Auch die beiden Mitfahrer, eine 21-Jährige und ein 25-Jähriger, sagten aus, den Angeklagten in der Nähe des Tatorts gesehen zu haben. Der 25-Jährige gab außerdem an, gesehen zu haben, wie der Angeklagte die Hand zum Schlag hob. Mehr hätten die drei aber nicht sehen können, da sie mit dem Auto weiterfuhren.

Die Jugendgerichtshelferin berichtete, dass schon der Vater des Angeklagten in der rechten Szene aktiv war, zu ihm habe der 20-Jährige aber seit seinem dritten Lebensjahr praktisch keinen Kontakt mehr. Die Öffentlichkeit wurde für den restlichen Bericht von der Verhandlung ausgeschlossen.

Angeklagte bestritt Körperverletzung

Der Angeklagte sagte im Anschluss, dass er seit April in Haft sei. Es habe keine gewalttätigen Vorfälle mehr gegeben und er strebe eine Kochausbildung an. Zur Überraschung wollte er dann doch noch aussagen. Die Beleidigung räumte er ein. „Ich war schlecht gelaunt und habe Streit gesucht.“ Die Körperverletzung bestritt der 20-Jährige. „Wenn ich jemanden erwische, sieht er anders aus“.

Im Urteil schenkten die Richterin und die beiden Schöffen dem Angeklagten keinen Glauben. Sie sahen es als erwiesen an, dass er den Mann angegriffen habe.

Die Richterin verurteilte den Angeklagten wegen Beleidigung und Körperverletzung zu einer Haftstrafe von acht Monaten, die sich mit seinen vorherigen Taten zu einer Gesamtstrafe von zwei Jahren und elf Monaten addiert. (Philipp Knoch)

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