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22-Jähriger schlägt mit Bierflasche zu – Gericht verhängt Geldstrafe

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Von: Lea Beckmann

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Auf dem Foto ist der Eingang des Amtsgericht Schwalmstadt zu sehen.
Amtsgericht Schwalmstadt: Ein 22-Jähriger aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis war wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. © Lea Beckmann

Ein 22-Jähriger aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis soll einem anderen Mann mit einer Bierflasche auf den Kopf geschlagen haben. Dadurch sei im Bereich der rechten Schläfe eine Platzwunde entstanden.

Schwalmstadt – Das warf ihm die Staatsanwaltschaft Marburg vor. Vor dem Amtsgericht Schwalmstadt ging es jetzt um gefährliche Körperverletzung.

Der Vorfall ereignete sich im Oktober 2020. „Mein Mandant räumt die Tat ein“, sagte der Pflichtverteidiger zu Beginn. In der Tatnacht sei der Angeklagte alkoholisiert gewesen.

Er hielt sich mit anderen vor einer Kneipe auf. Das Opfer, ebenfalls alkoholisiert, und der 22-Jährige seien irgendwann aneinandergeraten, bis es zu Handgreiflichkeiten kam. Dann soll das 30-jährige spätere Opfer einen Bekannten des Angeklagten geschlagen haben. „Da dachte ich, er geht jetzt auch auf mich los“, sagte der 22-Jährige und schlug daraufhin mit der Bierflasche zu. „Es war eine Kurzschlussreaktion“, so der Angeklagte.

Der Beschuldigte rannte daraufhin davon, Freunde des Opfers verfolgten ihn. Doch sie wurden von einem Zivilpolizisten aufgehalten, kurze Zeit später traf die Polizei ein. „Mein Mandant hatte die Situation falsch aufgefasst“, meinte der Verteidiger, während das Opfer erklärte, dass er niemanden geschlagen habe.

„Der Angeklagte hat vor der Kneipe die Menschen andauernd angepöbelt und ich habe ihm nur gesagt, er soll das lassen“, erläuterte der 30-Jährige. Daraufhin sei es zu einer Diskussion gekommen und kurze Zeit später bemerkte er einen Stoß gegen seinen Kopf. „Es ist zum Glück nur eine Platzwunde entstanden – eine kleine Narbe ist geblieben“, sagte der Mann bei der Verhandlung in Treysa.

Angeklagter muss eine Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro zahlen

Der Bekannte des Angeklagten sagte allerdings aus, dass das Opfer ihn ins Gesicht geschlagen hätte.

„Es tut mir wirklich leid, ich wollte nicht, dass die Situation so eskaliert“, entschuldigte sich der Angeklagte bei dem Opfer, der die Entschuldigung annahm.

Der 22-Jährige verhielt sich im Gerichtssaal sehr ruhig und zeigte Reue. Das stellte auch sein Verteidiger fest, weswegen er darauf plädierte, das Verfahren einzustellen, „alle waren alkoholisiert, die Verletzung war minimal – es war einfach dumm“. Die Staatsanwältin pflichtete ihm bei.

Daher erklärte die Richterin, dass das Verfahren vorläufig für die Dauer von sechs Monaten eingestellt wird. Der Angeklagte muss einen Geldbetrag in Höhe von 1200 Euro in monatlichen Raten an die Altenhilfe Treysa zahlen. „Sie sind hier nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen – Schläge auf den Kopf sind gefährliche Handlungen“, sagte die Richterin zu dem 22-Jährigen. Hätte er mit einer größeren Wucht zugeschlagen, sodass die Flasche womöglich zersprungen wäre, wäre der Prozess anders ausgegangen. (Lea Beckmann)

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