Vorstellung am 26. Juni im Burgtheater

Die 23-Mann-Klitsche: Klaus Stern zeigt Göker-Film

Mehmet Göker tut bescheiden: In der Türkei arbeitet er mit kleinerer Mannschaft. Das beschreibt Regisseur Klaus Stern in seinem Film „Versicherungsvertreter 2 – Mehmet Göker macht weiter“. Foto:  Sternfilm/nh

Schwalmstadt. Klaus Stern wird seinen neuen Film in Treysa präsentieren. Nach „Versicherungsvertreter - Die erstaunliche Karriere des Mehmet Göker" (u.a. Helmut Schmidt Preis, Ernst Schneider Preis), 2012, zeigt der neue Dokumentarfilm des Grimme-Preisträgers Stern „Versicherungsvertreter 2 - Mehmet Göker macht weiter" intime Einblicke in die Welt der Versicherungsverkäufer und Optimierer.

Am Freitag, 26. Juni, ab 20 Uhr kommt Klaus Stern mit dem Film nach Treysa ins Burgtheater. Anschließend steht er auch zur Diskussion zur Verfügung.

Über einen Zeitraum von 18 Monaten ließ sich der einstige Liebling der Versicherungen bei seinen Aktivitäten - obwohl per Haftbefehl gesucht - begleiten. Gökers MEG AG war einmal der zweitgrößte Vermittler privater Krankenversicherungen in Deutschland. 1000 Mitarbeiter beschäftigte er. Die Versicherungskonzerne zahlten irrwitzigen Provisionen. Bis zu 8000 Euro für einen Neuabschluss. Und noch irrwitzigere Vorschüsse auf noch nicht abgeschlossene Geschäfte. 2009 ging die MEG AG pleite. 2010 „verlegte“ Göker seinen Lebensmittelpunkt in die Türkei. Mehmet Göker - der einmal den größten Finanzkonzern der Welt haben wollte - kann heute laut Klaus Stern nur noch nach Burkina Faso und Nordkorea reisen. Die haben, wie die Türkei, kein Auslieferungsabkommen mit Deutschland.

Göker tut bescheiden, nennt die neue Firma liebevoll seine „23-Mann-Klitsche“ und sein Ziel: „Ein effizienter Vertrieb mit 100 Mitarbeitern“. Seine Mitarbeiter wirbt Göker über Facebook. Er lockt mit großen Versprechen von Luxus und Reichtum ans Mittelmeer, heizt ein, beschimpft, lässt sich anbeten. Die Fluktuation ist hoch.

Klaus Stern

Er ist schwerer geworden, verbrauchter. Von Drehtermin zu Drehtermin wirkt er gehetzter. Staatsanwalt und Insolvenzverwalter sind ihm auf den Fersen. Die großen Versicherer werden nicht müde zu verkünden, nie wieder mit ihm Geschäfte machen zu wollen. Das Eis seiner Scholle schmilzt. Doch er beteuert: Er ist unschuldig und alles andere als pleite. Und er, der Aussätzige, ist sich sicher: die großen deutschen Versicherungen werden weiter für sein Einkommen sorgen, ob sie wollen oder nicht. Er schaltet einfach einen Makler in Deutschland dazwischen.

Für Filmemacher Klaus Stern ist die Präsentation im Treysaer Kino quasi ein Heimspiel. Stern wurde 1968 in Ziegenhain geboren und ist in Wiera aufgewachsen.

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