2705 Helfer haben sich beim Kreis registrieren lassen

Impfungen für Retter laufen

Bei Einsätzen müssen die Retter oft dicht an den Patienten ran. Umso wichtiger ist der Impfschutz gegen das Corona-Virus Unser Archivbild zeigt einen Unfall zwischen Obergrenzebach und Niedergrenzebach Archiv
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Bei Einsätzen müssen die Retter oft dicht an den Patienten ran. Umso wichtiger ist der Impfschutz gegen das Corona-Virus Unser Archivbild zeigt einen Unfall zwischen Obergrenzebach und Niedergrenzebach. (Archivfoto)

Feuerwehrleute und Katastrophenschutzhelfer kommen bei ihrer Arbeit oft in Kontakt mit Verletzten und Kranken. Die Wahrscheinlichkeit, sich dabei auch mit Corona anzustecken, ist entsprechend groß.

Schwalm-Eder – Da die Retter darüber hinaus auch noch systemrelevant sind, ist eine möglichst schnelle Immunisierung im Interesse aller Bewohner im Schwalm-Eder-Kreis. Wir fragten beim Landkreis nach, wie der aktuelle Impfstatus bei den Wehren ist und warum nicht schneller geimpft wird.

Wie viele Feuerwehrangehörige gibt es im Schwalm-Eder-Kreis und wie viele von ihnen haben sich für eine Impfung gemeldet?
Aktuell gibt es circa 4900 Feuerwehrleute im Schwalm-Eder-Kreis. Nicht alle wollen eine Impfung beziehungsweise sind bereits geimpft worden.   Insgesamt haben sich nach Angaben des Landkreises 2705 Impfwillige von Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz (KatS) gemeldet. Die Verteilung der Impfplätze erfolgte nach Informationen unserer Zeitung nach dem Zufallsprinzip.
Wie viel Feuerwehrangehörige haben bei der großen Impfaktion im Impfzentrum Fritzlar ihre Erste Corona-Schutzimpfung bekommen?
720 Feuerwehranghörige und Mitglieder des Technischen Hilfswerk wurden laut Kreisverwaltung bei der ersten Großaktion vor zehn Tagen geimpft.   In dieser Woche gab es dann bereits weitere Impftermine, so dass die Zahl der impfwilligen Feuerwehrleute und der Katastrophenschützer auf mittlerweile gut 700 geschrumpft ist.
Mit welchem Impfstoff wurden die Feuerwehrleute geimpft?
Nach Angaben des Landkreises kam bislang der Impfstoff Moderna zum Einsatz.
Sind weitere Impftermine geplant? Wenn ja, wann?
Immer abhängig von der Impfstoffverfügbarkeit sind laut Kreishaus weitere Impfungen für die Feuerwehren geplant. In dieser Woche wurden die Impfungen in den regulären Betrieb des Impfzentrums integriert.
Warum wurden noch nicht alle Feuerwehrangehörigen geimpft?
Der limitierende Faktor ist nach Angaben des Landkreises die Verfügbarkeit des Impfstoffs. Aber auch wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe, könne man nicht alle Feuerwehrangehörigen auf einmal impfen, erklärt der Kreis. Aus einsatztaktischen Gründen müssen demnach mindestens zwei Impfgruppen gebildet werden, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren trotz möglicher Impfreaktionen jederzeit sicher zu stellen, heißt es aus dem Kreishaus.
Warum sind andere Landkreise bei den Impfungen ihrer Feuerwehrangehörigen gefühlt schneller?
Das kann laut Schwalm-Eder-Kreis mehrere Gründe haben: Die Entscheidung über die Verteilung der Impfstoffe an die einzelnen Stadt- und Landkreise trifft das Land Hessen auf Basis der Einwohnerzahlen der Landkreise und kreisfreien Städte. Darüber hinaus sei es durch die unterschiedlichen Altersstrukturen der hessischen Stadt- und Landkreise möglich, dass ein früherer Abschluss der Impfungen für die Prioritätsgruppen 1 und 2 stattfand und somit auch früher mit den Impfungen für die Priorität 3 – und dazu zählen die Mitglieder der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes – begonnen werden konnte.
Wenn Impfstoff vorhanden ist, wie schnell könnten die Hilfskräfte geimpft werden?
Bei dieser Frage sieht der Kreis Licht am Ende des Tunnels, gibt aber zu bedenken, dass die Geschwindigkeit der Impfungen von den Kapazitäten im Impfzentrum abhängig sei – Katastrophenschützer und Feuerwehrleute sind nicht allein in der Prioritätsgruppe 3. Jeden Tag werden auch Feuerwehrleute und KatS-Helfer bei Haus- und Fachärzten, über die normale Landesliste und die „Impfspringerliste“ geimpft. Dadurch werde der Rest von aktuell 700 impfwilligen Feuerwehrleuten und Angehörigen im Katastrophenschutz täglich kleiner, so die Kreisverwaltung: „Wir sind guter Hoffnung, dass wir auch dieser Gruppe zeitnah ein Impfangebot machen können.“

(Matthias Haaß)

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