Amtsgericht Schwalmstadt

41-Jähriger vor Gericht Schwalmstadt: Ein Jahr ohne Miete, Betrugsabsicht war nicht erkennbar

Verantworten musste sich ein 41-jähriger Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt wegen eines Betrugsverdachts.
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Verantworten musste sich ein 41-jähriger Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt wegen eines Betrugsverdachts.

Verantworten musste sich ein 41-jähriger Mann aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht in Schwalmstadt wegen eines Betrugsverdachts.

Treysa - Was war passiert? Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, im Oktober 2017 eine Wohnung angemietet zu haben, obwohl er gewusst habe, dass er die Miete in Höhe von 450 Euro nicht würde bezahlen können. Der Angeklagte erklärte, so eindeutig sei es nicht gewesen. Ja, er habe die Wohnung gemietet, obwohl er damals nur rund 630 bis 760 Euro Ausbildungsvergütung erhalten habe. Doch habe er bereits im Oktober 2017 einen Antrag auf Ausbildungsbeihilfe für die Wohnkosten beim zuständigen Jobcenter gestellt.

Das Jobcenter habe ihm kurz darauf mitgeteilt, dass die Unterlagen nicht vollständig seien, da noch die Mietbescheinigung des Vermieters gefehlt habe. „Ich habe die Vermieterin deswegen gebeten, eine solche auszustellen“, so der Angeklagte. Im Mai 2018 habe er die Ausbildung als Altenpfleger abgebrochen und bei der Agentur für Arbeit neben der Grundsicherung erneut einen Antrag auf Wohnkostenübernahme gestellt. Das Arbeitsamt habe ihm daraufhin mitgeteilt, dass die Mietbescheinigung des Vermieters fehle, sodass er erneut seine Vermieterin darauf angesprochen habe. „Erst im Oktober 2018 habe ich erfahren, dass ein Jahr lang meine Miete nicht gezahlt wurde“, berichtete der 41-Jährige. Er wolle selbstverständlich die Mietschulden abtragen.

Bereits seit einem Jahr zahle sein Vater regelmäßig kleine Raten für ihn. Bisher seien so schon 1200 Euro bezahlt worden. „Sobald ich eine Arbeit gefunden habe, bin ich gerne bereit, höhere Raten zu zahlen“, so der Angeklagte. Nach der Schilderung des Angeklagten beantragte der Staatsanwalt die Einstellung des Verfahrens. Dem Mann sei keine Betrugsabsicht nachzuweisen, begründete er seinen Antrag. Doch natürlich müssten die Mietschulden beglichen werden, was der Angeklagte ja zugesagt habe. Die Strafrichterin stellte daraufhin das Verfahren ein. Jedoch machte sie zur Auflage, dass der ehemalige Mieter mit seiner damaligen Vermieterin einen Täter-Opfer-Ausgleich abschließt, um sicher zu stellen, dass die Restschulden auch wirklich getilgt werden.

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