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Neuer A49-Abschnitt Neuental-Schwalmstadt ist frei: Eröffnung ging reibungslos über die Bühne

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Von: Matthias Haaß

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Das Teilstück der A49 wurde am Donnerstag offiziell für den Verkehr freigegeben.
Das Teilstück der A49 wurde am Donnerstag offiziell für den Verkehr freigegeben. © Matthias Haaß

Nach elf Jahren Bauzeit wird am Mittwochnachmittag der A 49-Teilabschnitt zwischen Neuental und Schwalmstadt eröffnet. Gegner wollen demonstrieren.

+++ Aktualisiert am 30.06. um 17.49 Uhr: Unspektakulär und ohne besondere Vorkommnisse wurde am frühen Donnerstagnachmittag der A 49-Teilabschnitt zwischen Neuental und Schwalmstadt für den Verkehr freigegeben. Ein VW Golf und zwei Motorräder waren die ersten regulären Fahrzeuge, die um 14.34 Uhr von Schwalmstadt kommend Richtung Kassel auf die neue Schnellstraße fuhren.

Abgesehen von der angekündigten und angemeldeten Gegendemonstration von Autobahngegnern rund um Reinhard Forst vom Aktionsbündnis „Keine A49“ gab es keine Aktionen von Autobahngegnern.

Nur wenige Gegendemonstranten begleiteten die Freigabe der A49 am Donnerstag in Schwalmstadt.
Nur wenige Gegendemonstranten begleiteten die Freigabe der A49 am Donnerstag in Schwalmstadt. © Matthias Haaß

Die Polizei war dennoch auf dem gesamten Streckenabschnitt vertreten, Spezialkräfte waren vor Ort und ein Hubschrauber überwachte die Autobahn aus der Luft. Die Befürworter der A49 waren gestern eindeutig in der Überzahl und ließen sich die gute Stimmung von den Demonstranten nicht verderben. Dank Lautsprecheranlage kamen die Grußworte von Oliver Luksic, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH sowie Jens Deutschendorf, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, trotz Zwischenrufen der A 49-Gegner bei den Zuhören an.

Es sei ein guter Tag für die Region, waren sich die anwesenden Bürgermeister unisono einig. Die Menschen in Gilserberg und Jesberg hätten die Freigabe herbeigesehnt, sagten Rainer Barth und Heiko Manz. Man hoffe jetzt auf einen schnellen Lückenschluss, damit sich der Verkehr verlagere. „Die große Entlastung kommt erst dann.“

Bei aller Freude über die nun endlich erfolgte Verkehrsfreigabe habe man auch eine klare Forderung an den Bund, sagte Landrat Winfried Becker. Da der Verkehr zunehmen werde, müsse auch der Lärmschutz an der Autobahn neu geprüft und gegebenenfalls verbessert werden.

Ernste Gesichter hingegen auf der anderen Straßenseite. Dort hatten sich die Gegendemonstranten positioniert. Man habe diesen Kampf verloren, sagte Klaus Hottmann: „Da bin ich Realist.“

+++ Aktualisiert am 30.06. um 14.50 Uhr: Schwalmstadt - Inzwischen herrscht freie Fahrt auf dem Abschnitt Neuental-Schwalmstadt, nachdem alle Schilder und Hindernisse abgeräumt wurden. Es herrscht bereits reger Verkehr auf der nagelneuen Straße, das Fahrgefühl wird als sehr angenehm beschrieben. Zu irgendwelchen Zwischenfällen und Besonderheiten kam es nicht im Zuge der feierlichen Freigabe. Die offizielle Feier findet vor dem imposantesten Bauwerk der Strecke, dem Straßentunnel bei Frankenhain statt. Die Polizei ist nach eigenen Angaben auf Proteste eingestellt.

+++ Aktualisiert am 30.06. um 13.30 Uhr: Bislang zeigt sich die Lage am Tunnel völlig überschaubar und geordnet. Eine Gruppe von etwa zwei Dutzend friedlichen Demonstranten hat mit Kreide Botschaften auf den Asphalt gemalt, einige halten Transparente. Die geladenen Ehrengäste haben sich eingefunden. Polizei ist auch vor Ort, der Hubschrauber kreist, auch einige Pressevertreter sind angereist.

Ursprüngliche Meldung vom 30.06. um 9 Uhr: Die Partei Die Linke kündigte am Mittwoch an, die Eröffnung der Autobahn kritisch zu begleiten. Man wolle die Kritik gemeinsam auf die Straße tragen und der Autobahnlobby zeigen, dass man einen kostenfreien ausgebauten ÖPNV brauche statt mehr Asphaltwüsten, teilte Landtagsabgeordnete Heidemarie Scheuch-Paschkewitz aus Schwalmstadt mit.

ei der Eröffnung des A 49-Teilstücks Neuental-Schwalmstadt: Es haben sich Demonstranten eingefunden.
Bei der Eröffnung des A 49-Teilstücks Neuental-Schwalmstadt: Es haben sich Demonstranten eingefunden. © Matthias Haaß

Im Gegensatz zum Spatenstich im März 2011 wird am heutigen Donnerstag weit weniger überregionale Politprominenz erwartet. Machten sich damals noch Verkehrsminister aus Bund und Land auf den Weg in den Schwalm-Eder-Kreis, schicken die Ministerien diesmal wohl Staatssekretäre nach Schwalmstadt.

Wie viele Zuschauer die Eröffnung des Autobahnstücks beobachten werden, lässt sich nicht sagen. Beim Spatenstich waren über 500 Menschen vor Ort.

Alexander Rögler, Ahmad Snobar und Usman Chaudhary warten sitzend auf einem Autobahnwegweiser „Schwalmstadt“ auf ihren Einsatz, um die Absperrung zur Autobahn abzubauen.
Verkehrssicherungsmonteure an der Anschlussstelle Neuental kurz vor der Öffnung: von links Alexander Rögler, Ahmad Snobar und Usman Chaudhary warten auf ihren Einsatz, um die Absperrung zur Autobahn Auffahrt Richtung Schwalmstadt abzubauen. © Denise Dörries

Autobahngegner kündigen Demonstration an

Eins ist jedenfalls klar: Es wird Proteste geben: Die Aktionsgemeinschaft „Schutz des Ohmtals – Keine A 49“ hat nach Angaben von Schwalmstadts Ordnungsamtsleiterin Doris Heinmüller eine Demonstration mit fünfzig Teilnehmern angemeldet.

Im Zusammenhang mit Autobahnen haben sich Abseilaktionen als Protestform bei Gegnern durchaus etabliert. Gelegenheiten gäbe es auch auf dem heute freigegebenen Autobahnabschnitt. Drei Brücken, darunter eine Wildbrücke überspannen die vierspurige Straße. Auch das Festkleben auf Straßen gehört zum Repertoire der Aktivisten. Man sei auf verschiedene Szenarien vorbereitet, sagt Markus Brettschneider, Pressesprecher der Polizei im Schwalm-Eder-Kreis: „Wir haben das im Blick.“

Zur Einsatzplanung und auch zur Zahl der Beamten macht die Polizei keine Angaben. Es ist aber davon auszugehen, dass Kräfte entlang der gesamten Autobahn, insbesondere an den Brücken, im Einsatz sein werden. Wenn sich Demonstranten von Brücken abseilten, setzte die Polizei in der Vergangenheit oft speziell geschulte Beamte ein.

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