Ärger nach Arztbesuch

Mutter kassiert Knöllchen nach Notfall-Besuch beim Kinderarzt

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Fordert mehr Familienfreundlichkeit: Susanne Bechtel mit ihren dreijährigen Zwillingen Maximilian und Valentina. 

Ziegenhain. Susanne Bechtel aus Ziegenhain ist Mutter von Zwillingen. Der Alltag mit ihnen ist oft schon eine Herausforderung, nun hat sie noch dazu Ärger mit dem Ordnungsamt.

Mit beiden  Kindern einkaufen zu gehen oder andere Aktivitäten zu unternehmen, ist nicht selten mit viel Anstrengung verbunden. „Bei Zwillingen braucht man oft noch eine Hand extra“, erzählt die Mutter (43) aus ihrer Erfahrung. Und dabei erfahre man im Alltag doch häufiger, wie unfreundlich mit jungen Familien umgegangen werde.

Zuletzt ärgerte sich Susanne Bechtel in Alsfeld, als sie mit ihrem Sohn Maximilian (3) zum Kinderarzt musste: Der Junge hatte hohes Fieber und eine Lungenentzündung.

Die Ziegenhainerin fand in unmittelbarer Nähe der Praxis in der Marburger Straße einen Parkplatz und zog für eineinhalb Stunden einen Parkschein: „Ich dachte, bis dahin bin ich längst zurück“, erzählt sie.

Doch in der Praxis dauerte es wider Erwarten länger, sodass Susanne Bechtel die Parkzeit um etwa 25 Minuten überschritt. Dafür erhielt sie ein „Knöllchen“ – obwohl sie dem Ordnungsbeamten, den sie am Wagen antraf, die Situation detailliert erklärte.

„Ich finde das alles andere als familienfreundlich. Ich konnte belegen, dass ich einen Termin in der Kinderarztpraxis hatte und das fiebernde Kind nicht allein lassen konnte.“ Zudem habe der Beamte überhaupt kein Verständnis gezeigt, sondern ihr den Rat gegeben: „Dann hätten Sie eben gleich etwas mehr Geld einwerfen müssen.“

Einige Wochen später flatterte dann die Verwarnung ins Haus. Inklusive eines Verwarnungsgeldes in Höhe von zehn Euro. Susanne Bechtel nutzte daraufhin die Möglichkeit einer schriftlichen Stellungnahme und schilderte den Fall nochmals schriftlich, mit der Bitte, das Verfahren einzustellen. „Die Aussagen des Beamten zeigen mir, dass hier nicht nach pflichtmäßigem Ermessen, sondern nach der Absicht vorgegangen wird, den klammen Stadtsäckel zu füllen“, schrieb sie.

Die Antwort folgte rasch, man habe zwar Verständnis, könne aber das Verfahren aus rechtlichen Gründen leider nicht einstellen.

Hierfür hat Susanne Bechtel nun wirklich kein Verständnis: „ Das ist ein vorgefertigter Brief. Auf die Stellungnahme wurde dabei überhaupt nicht eingegangen.“

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