Überall nur Sackgassen

Ärger über Parkplatzsituation für Behinderte am Ziegenhainer Klinikum

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Stand vor Sperrungen und Schranken: Dem schwerbehinderten Gerhard Burri war es nur unter größten Anstrengungen möglich, eine Arztpraxis auf dem Gelände des Asklepios-Klinikums in Ziegenhain zu erreichen. Bis Mitte Juni wird noch gebaut. 

Ziegenhain. Gerhard Burri ist enttäuscht. Vom Asklepios-Klinikum Ziegenhain. Denn er fühlt sich schlicht allein gelassen und nicht ausreichend informiert.

Nur unter größten Anstrengungen ist es dem 72-Jährigen am 23. Mai gelungen, in die Praxis des Diabetologen Dr. Weber auf dem Klinikgelände zu gelangen. Der Grund: Die Bauarbeiten rund um den Eingangsbereich der Klinik. „Die Parkplätze für Schwerbehinderte waren nicht befahrbar“, erklärt der Rentner.

Gesperrte Zufahrt

Burri erzählt, er müsse wegen Diabetes und einer Unterschenkelamputation regelmäßig in die Praxis. „Aber ich bin schwerbehindert, bedarf ständiger Begleitung.“ Sein Bruder habe ihn mit dem Auto zum Krankenhaus gefahren. Die Zufahrt zu den Behinderten-Parkplätzen sei vollständig gesperrt gewesen. „Aber nirgendwo hing ein Hinweis, was zu tun ist“, sagt Burri. Ein Bauarbeiter habe ihm empfohlen, hinter der Klinik Richtung Mitarbeiterparkplatz zu fahren. Das Problem: „Der Parkplatz ist beschrankt, da war kein Durchkommen möglich.“

Fahrstuhl verschlossen

Gerhard Burri wird zusehends nervös. „Ich hätte längst in der Praxis sein müssen.“ Doch weitere Wege kann der Mann mit Prothese und Krücke nicht laufen. „Ich war fix und fertig“, beschreibt er die Situation. Schließlich steigt er in der Nähe des Haupteingangs aus dem Auto und versucht, zur Praxis zu gelangen. „Ich habe mich am Gebäude langgehangelt.“ Dort angekommen habe er sich vor einer Fußpflegepraxis zunächst setzen müssen. Die nächste Hürde: „Es gibt zwar einen Fahrstuhl, aber der ist verschlossen.“

Nachdem eine Mitarbeiterin Bescheid gesagt habe, sei jemand mit dem Schlüssel gekommen und habe den Fahrstuhl aktiviert. Erst als er in der Praxis berichtete, erklärte man ihm, dass sich die rückwärtige Schranke per Knopf hätte öffnen lassen.

„So eine Odyssee habe ich noch nicht erlebt“, ärgert sich Burri. Seiner Meinung nach haben Klinikverwaltung versagt. „Man hätte seitens der Klinik behinderte Patienten informieren müssen.“

Das Klinikum bedauert Unannehmlichkeiten, die während der Bauarbeiten entstanden sind. Es werde um Nachsicht gebeten: „Eine deutliche Verbesserung der Verkehrssituation kann leider nicht ohne kleinere Beeinträchtigungen abgewickelt werden“, heißt es in einer Stellungnahme. Mit dem Abschluss der Arbeiten sei Mitte Juni zu rechnen.

Das sagt der Kliniksprecher:

Patient hätte an der Schranke klingeln können

Kliniksprecher Uli Klein teilt mit, dass der Haupteingangsbereich am Asklepios-Klinikum derzeit umgestaltet wird, um die Verkehrssituation für Rettungsdienstfahrzeuge, Kurzzeitparker und Fußgänger deutlich zu verbessern. Im Zuge der Bauarbeiten sei es am 23. Mai wegen kurzfristig anberaumter Asphaltarbeiten und der damit verbundenen zeitweiligen Vollsperrung der Durchfahrt zu den Behindertenparkplätzen am Asklepios Gesundheitszentrum (AGZ) zu vorübergehenden Verkehrsbehinderungen gekommen. Besagte Stellplätze seien aber über einen kleinen Umweg, der an der rückwärtigen Seite des Klinikgebäudes entlang führt, problemlos erreichbar gewesen. Die Verwaltung erklärt, dass allen Patienten, die an diesem Tag den Weg nutzten, auch die Schranke geöffnet worden sei – nachdem sie den Klingelknopf betätigt hatten. Auch der Aufzug im AGZ sei jederzeit für Patienten frei zugänglich. Nach Betätigen einer beschrifteten Klingel würden sie von Mitarbeitern abgeholt. 

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