„Wir bekommen mehr freie Hand“

Ärzte erwarten Erleichterung beim Impfen

Eine Spritze wird aufgezogen.
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Die Impfpriorisierung wird am 7. Juni aufgehoben. Dann kann sich jeder um einen Impftermin bemühen. (Symbolbild)

Der Druck auf die Arztpraxen war zuletzt schon hoch (HNA berichtete), immer mehr Menschen wollen eine Corona-Immunisierung.

Schwalm-Eder – Wie geht es weiter, wenn die bisherige Priorisierung in zweieinhalb Wochen wegfällt und sich jeder um einen Impftermin bemühen kann? Darüber sprachen wir am Dienstag mit Dr. Axel Figge aus Schwalmstadt, Sprecher des Hausärzteverbandes Schwalm-Eder.

Jetzt steht fest, dass am 7. Juni die Priorisierung aufgehoben wird, also die vorzugsweise Impfung bestimmter Patientengruppen, wie bewerten das die Hausärzte?
Das wird in den Praxen dann nochmals zu einem großen Andrang führen. Doch man muss ja auch sagen, dass wir da seit Monaten drauf hinarbeiten, das Ziel ist die Herdenimmunität.
Wo erwarten Sie Schwierigkeiten?
Es hängt natürlich alles davon ab, wie viel Impfstoff vorhanden ist und bei uns ankommt. Das war ja in den zurückliegenden Wochen eine zähe Angelegenheit.   Astrazeneca bekommen wir deutlich mehr, und es gibt auch mehr Patienten, die es zu akzeptieren bereit sind, auch jüngere. Interessant wird, wie viele Dosen im Juni kommen.   Natürlich hängt es auch davon ab, wie viele Kapazitäten zur Impfung der Hausarzt zur Verfügung hat, es ist ja eine zusätzliche Aufgabe.
Wie wird sich die Situation in den Hausarztpraxen im Hinblick aufs Impfen gegen Covid-19 nun verändern?
Auf uns kommt zwar jede Menge Arbeit zu, aber der Wegfall der Bürokratie durch die vorgeschriebene Priorisierung wird uns auch eine wichtige Erleichterung bringen. Wir mussten ständig etliche Atteste für die Vorlage im Impfzentrum schreiben und Listen überarbeiten. Da mussten wir uns bisher ganz schön durchkämpfen. Wir bekommen mehr freie Hand, das ist gut.
Packen es die Praxen jetzt alleine?
Nicht jeder kann sich sofort seine Impfung in den Praxen abholen. Wer schon seinen Termin im Impfzentrum hat, soll diesen auch wahrnehmen. Die Impfzentren bleiben auch von Bedeutung, gerade auch für ganze Gruppen, zum Beispiel von Firmen oder Schulen. Wir sind froh um jede Stelle, an der geimpft wird.
Wie reagieren Ihre Patienten, haben einige jetzt Bedenken, durch den Rost zu fallen? Müssen sich Ältere oder Vorerkrankte Sorgen machen?
Nein, keine Angst, ihnen wird kein Impfstoff weggenommen. Jeder Hausarzt überschaut das individuell, Menschen aus den derzeitigen Gruppen 2 und 3 behalten Vorrang und kommen so bald wie möglich dran.
Wozu rufen Sie jetzt die Imfpwilligen auf, wie sollen sie sich genau verhalten?
Bitte bewahren Sie noch die Geduld und passen Sie weiter gut auf, sich nicht zu infizieren. Es ist sehr erfreulich, dass sich die Menschen impfen lassen wollen und sich auf die Listen setzen lassen.

(Anne Quehl)

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