Aktion in Treysa zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Die Fahne hissen: Vor dem Rathaus in Treysa machte eine Gruppe um den Verein Frauennetzwerk, die Kreisfrauenbeauftragten und die Stadt Schwalmstadt durch ihre Aktion auf den heutigen Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen aufmerksam. Foto:  Schittelkopp

Schwalmstadt. Flagge hissen gegen Gewalt an Frauen: Dazu traf sich eine Gruppe am Treysaer Marktplatz.

Anlässlich des heutigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen weht nun die Fahne „Frei leben, ohne Gewalt" von Terres des Femmes erstmals am Treysaer Rathaus. Auch in Fritzlar, Melsungen und Homberg werden die Fahnen für den Aktions- und Gedenktag hochgezogen. Aufgerufen dazu hatte der Verein Frauennetzwerk in Zusammenarbeit mit den Kreisfrauenbeauftragten.

„Wir setzen damit ein Zeichen“, sagte Frauenbeauftragte Trudi Michelsen. Sie betonte, dass bei Gewalt an Frauen jeder gefragt sei - hinschauen, erkennen, helfen. Besonders im ländlichen Bereich mische man sich nicht gern ein. Sie rät, mit Fingerspitzengefühl vorzugehen und Hilfe anzubieten.

Trudi Michelsen weist darauf hin, dass sich in den vergangenen 20 Jahren viel beim Thema Gewalt gegen Frauen getan habe. „Früher sprach man nicht darüber, die Thematik war sehr angstbehaftet.“ Allerdings schämen sich Opfer heute wie damals und trauen sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

„Häusliche Gewalt kommt in allen Gesellschaftsschichten vor und ist die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen“, sagt die Kreisvorsitzende der Frauen Union, Karina Moritz, „häufiger als Verkehrsunfälle, Überfälle oder Vergewaltigungen zusammen.“ Es sei davon auszugehen, dass es eine hohe Dunkelziffer gebe. Neben häuslicher Gewalt seien auch mehr und mehr Frauen von Stalking betroffen - häufig nach einer Trennung oder Scheidung.

Bei der Aktion auf dem Treysaer Marktplatz ermutigten die Frauenbeauftragten, Betroffene die Hilfeangebote im Landkreis in Anspruch zu nehmen. Eine Beratung sei auch anonym möglich. Als letzter Ausweg bleibt das Frauenhaus. Im vergangenen Jahr flüchteten 56 Frauen mit 61 Kindern dorthin. „Je länger man die Gewalt erträgt, umso mehr schwinden die Kräfte“, sagte Trudi Michelsen.

Von Claudia Schittelkopp

• Informationen: Rat und Hilfe für Frauen im Schwalm-Eder-Kreis gibt es bei der Frauenberatungsstelle und beim Frauenhaus der AWO unter Tel. 0 56 81/61 70 rund um die Uhr, das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist bundesweit 24 Stunden täglich erreichbar, Tel. 08 00/0 11 60 16.

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