Rasche Arbeiten

Allee hinter der Schwalm-Residenz verschwindet planmäßig: Birken fallen im Frühnebel

Gekappt mit der hydraulischen Astschere: Mit einem 19-Tonner-Radbagger wurden die Bäume entfernt.
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Gekappt mit der hydraulischen Astschere: Mit einem 19-Tonner-Radbagger wurden die Bäume entfernt.

Alle Bäume und Büsche, die dicht an den Dämmen in Schwalmstadt wachsen, wurden am Donnerstag, 5. November, aus Sicherheitsgründen gefällt.

Ziegenhain - Der dichte Nebel am Donnerstagmorgen, 5. November, brachte es mit sich, dass es kaum richtig hell war, als der 19-Tonnen Radbagger auf dem Dammweg gegenüber des Segelflugplatzes auf Position war. Förmlich in Windeseile kappte der Maschinenführer des Unternehmens Jäger aus Wabern-Harle mit seiner hydraulischen Astschere die 16 Birken am landseitigen Deichfuß.

Von den Balkonen der Rückseite der Schwalmresidenz wurde geschaut und geknipst, während die Stämme mit lauten Knackgeräuschen zügig durchtrennt wurden. Gegen 9.30 Uhr lagen sämtliche Baumkronen und lange Stammabschnitte der rund 35 Jahre alten Bäume am Wegesrand. Gegen Mittag waren sie bis auf den Stumpf gekürzt und die Aufräumarbeiten praktisch abgeschlossen. Wie berichtet, sollen die Wurzeln verrotten, ein Ausgraben würde die Stabilität des Deichgeländes möglicherweise beeinträchtigen.

Beobachtet wurden die Arbeiten von Wasserverbands-Betriebsleiter Peter Kugler, Uwe Stumpf, Verwalter der Eigentümergemeinschaft und Klaus Siebert von der Schwalm-Residenz. Schade sei es auf jeden Fall in einer Zeit des Baumsterbens, wenn ganz gesunde junge Bäume weichen müssten, merkte Siebert im Gespräch an. Ob und was jetzt auf dem nun baumlosen Grundstück angepflanzt werden kann, sei derzeit völlig offen. Hannelore Deist, Sprecherin des Bewohnerbeirats, und Elfriede Klostermann, die sich im Namen der ganzen Seniorenresidenz für den Erhalt der Bäume eingesetzt hatten, ersparten es sich wohl, Augenzeuginnen zu werden. Wie berichtet beklagen sie den Verlust der Birkenallee bitterlich.

Verfolgten die enorm raschen Arbeiten: Links Uwe Stumpf und Klaus Siebert von der Residenz.

Verschwinden musste diese aufgrund der gesetzlichen Vorschrift, dass sämtlicher Gehölzbewuchs an den Rückhaltebecken entfernt werden muss, wenn er näher als fünf Meter am Deichfuß steht. Dies könne die Stabilität der Deiche bei Hochwasserereignissen gefährden. Die gut 20 Grundstückseigentümer in Schwalmstadt, die handeln müssen, hätten dies ganz überwiegend entweder schon erledigt oder wollen das in diesem Winter vornehmen, so Betriebsleiter Peter Kugler.

Der Planungsbeginn für das Rückhaltesystem jährt sich übernächstes Jahr zum 60. Mal: Die Gründung des Wasserverbandes Schwalm war am Nikolaustag 1962. Die Dämme und Deiche des Hochwasserrückhaltebeckens Treysa-Ziegenhain haben eine Gesamtlänge von ca. zehn Kilometern. Das Aufgabengebiet des Wasserverbandes Schwalm umfasst den Betrieb und die Unterhaltung der drei Hochwasserrückhaltebecken Treysa-Ziegenhain, Heidelbach und der Antrifttalsperre mit den Nebenanlagen (Stauklappen und Pumpwerke), der zehn Pegelstationen und vier Niederschlagsstationen, sowie die Unterhaltung der Verbandsgewässer mit einer Länge von 221 Kilometern.

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