Altstadtfreunde Treysa setzen sich für fachgerechte Sanierungen ein

Im Treysas Fachwerk steckt Historie

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Beispielhafte Projekte: Georg Schlamann (Zweiter von rechts) führte und erläuterte Einzelheiten, auf dem Foto von links Jürgen Ackermann, Heike Schnücker, Anette Ackermann, rechts Günter Ganzevoort.

Fachwerk und alte Gemäuer schenken einem Ort ein besonderes Flair. Dies zu erhalten und das Bewusstsein für die Schönheit von Fachwerkhäusern zu stärken, diese aber auch wieder einer zeitgemäßen Nutzung zuzuführen - daraus entstand die Idee der Altstadtfreunde Treysa, eine Fachwerkführung anzubieten. 

Am Samstag fanden sich einige Interessierte zu zwei Führungen und Besichtigungen beispielhafter Fachwerkgebäude in der Treysaer Altstadt ein. Nach einer kurzen Einführung durch den Vorsitzenden der Altstadtfreunde, Georg Schlamann, erhielten sie anhand von drei ausgesuchten Gebäuden Eindrücke.

Besichtigt wurden das Altstadthotel gegenüber der Totenkirche, das Haus Wagnergasse 3 und das Gebäude Steingasse 29 (ehemaliges v. Gilsa’sches Haus).

Dazu gehörte auch eine Begehung der oft versteckt hinter den Gebäuden gelegenen, zum Teil umfangreichen Gärten und Nebengebäuden, die sich ebenfalls für eine spätere vielfältige Nutzung anbieten können. Das Haus Wagnergasse 3 zeigte sich teilentkernt im Beginn des Sanierungsvorhabens mit freiliegenden Lehmwänden. Schlamann ging hier auf die besonderen Anforderungen zu Entfeuchtungsmaßnahmen und späterer Dämmung unter den heutigen Vorgaben zur energetischen Sanierung ein.

Früher seien die Fachwerkhäuser durch undichte Fenster und Türen ausreichend belüftet worden. Heute seien dazu komplexe Fassadengestaltungen mit diffusionsoffenen Dämmmaterialien und hinterlüfteten – auch vorgehängten Fassaden erforderlich.

Altstadt steht unter Schutz

Schlamann erläuterte dazu auch technische Details zu Vor- und Nachteilen verschiedener Dämmmaterialien und beschrieb, wie er selbst bei seinen Gebäuden vorging. Auch betonte er die wieder erkannten Vorteile von fachgerecht sanierten Lehmwänden für das Hausklima. Da die gesamte Treysaer Altstadt Ensembleschutz seitens der Denkmalschutzbehörde genießt, sei deswegen auch immer eine Rücksprache in Bezug auf gestalterische Auflagen erforderlich. Laut Schlamann ist die Zusammenarbeit gut.

Im Treysaer Altstadt Hotel und im ehemaligen v. Gilsaschen Haus wurden schon abgeschlossene Sanierungen besichtigt und begutachtet, wie eine fachlich durchdachte und ausgeführte Sanierung einem alten Gebäude neues Leben einhauchen kann. Die Häuser „atmen“ noch die Geschichte, entsprechen aber auch gemäß modernen Standards heutigen Anforderungen an Wohnen und Leben in historischen Gebäuden.

Inge Schneider-Scholz als Koordinatorin stadtgeschichtlicher Führungen erläuterte den geschichtlichen Hintergrund einiger Häuser und erwähnte auch die Schwierigkeiten, die sich aus unsachgemäßer Sanierung ergäben. So sei im Rahmen der damals geförderten Fassadensanierung in der Altstadt zum Hessentag 1995 durch Wahl falscher Materialien Schäden an der Bausubstanz einzelner Gebäude entstanden. 

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