Schwalmstadt

„Ich mache dich fertig“: Mann stürzt Frau zu Boden und würgt sie - Gericht fällt Urteil

Wegen schwerer Körperverletzung musste sich ein 45-Jähriger vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.
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Wegen schwerer Körperverletzung musste sich ein 45-Jähriger vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

In Schwalmstadt wurde ein Fall der schweren Körperverletzung vor dem Amtsgericht verhandelt. Dabei griffen sich die Beteiligten verbal sogar an.

Schwalmstadt – Wegen schwerer Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung musste sich ein 45-Jähriger aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis vor dem Amtsgericht Treysa verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, seine damalige Lebensgefährtin im Juli vergangenen Jahres gewürgt zu haben. Zehn Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung lautete am Ende das Urteil.

Der Angeklagte und die Frau sollen sich in der Nacht nach einem Kneipenabend lauthals bei ihm zu Hause, wo sich auch ihre beiden Kinder befanden, gestritten haben. Nach der verbalen Auseinandersetzung eskalierte der Streit, es kam zum Gerangel. Der Angeklagte stürzte die Frau zu Boden, hockte sich auf sie und würgte sie am Hals. Auslöser soll gewesen sein, dass der 45-Jährige der Frau vorwarf, ihn zu betrügen. Immer wieder soll er ihr angedroht haben, sie „fertig zu machen“. Als der Täter schließlich von ihr abließ, fuhr sie mit ihren Kindern in ihre eigene Wohnung.

Schwalmstadt: Streit zwischen Ex-Paar eskaliert - Mann will Frau nicht gewürgt haben

Vor Gericht gestand der Angeklagte, mit den Worten „Ich mach dich fertig“ gedroht und sie wiederholt beleidigt zu haben. Er sprach davon, aus dem Affekt heraus gesprochen zu haben, er habe sich am nächsten Tag bei ihr entschuldigt. Den Vorwurf, sie gewürgt zu haben als sie auf dem Boden lag, stritt er ab. Vielmehr habe ihm seine Ex-Freundin zuvor auf die Nase geschlagen, sodass er so benommen gewesen sei, dass er sie am Hals von sich wegdrückte. So sei es zu den Würgespuren gekommen.

Die Polizistin, die im vergangenen Jahr die Aussage der Frau aufgenommen hatte, bestätigte die Würgemale am Hals der Frau. Die Ex-Freundin des Angeklagten bekräftigte ihre Aussagen ebenfalls ohne Einschränkung, „er war total aggressiv und hatte sich nicht unter Kontrolle, ich hatte wirklich Angst“. Die Folgen spüre sie bis heute noch beim Schlucken, „es ist immer noch ein leichter Schmerz vorhanden“.

Schwalmstadt: Gericht verhängt Freiheitsstrafe und ordnet Schmerzensgeld an

Während der Angeklagte sich zu Beginn um eine ruhige Haltung bemühte, fiel er seiner Ex-Freundin bei ihrer Aussage dann ins Wort. Er wollte anbringen, dass der Angriff nicht von ihm, sondern von ihr ausgegangen sei. Zum Ende räumte er ein, dass es Verletzungen gab, doch sei dies nicht seine Schuld. „Ich denke, das hier ist alles eine Racheaktion von meiner Ex-Freundin“, so der Angeklagte. Der Richter sah das nach zweistündiger Verhandlung anders und sagte: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass Sie in der Tatnacht einfach die Kontrolle über sich verloren haben.“

Neben der eigentlichen Tat berücksichtigte der Richter, dass der Mann zahlreiche Vorstrafen hat, zwar nicht wegen körperlicher Delikte, aber wegen schweren Diebstahles zum Beispiel. So kam es zum Strafmaß zehn Monate Haft zur Bewährung, die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Zudem muss der Angeklagte Schmerzensgeld in Höhe von 1000 Euro an das Opfer zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (Lea Beckmann)

Im Jahr 2018 kam es zu einem ähnlichen Fall in Schwalmstadt, als ein Mann seine Ehefrau würgte und schlug. Auch in Ehlen im Landkreis Kassel würgte ein Mann seine Ex-Partnerin nachdem es zu einem Streit kam.

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