70 Jahre THW

Auf Katastrophen vorbereitet: THW Schwalmstadt ist für den Ernstfall gut aufgestellt

Spürnasen: Zum THW Schwalmstadt gehören auch Rettungshunde. Das Foto zeigt Lisa Träbing mit Lucke und Nicole Bucher bei einer Übung.
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Spürnasen: Zum THW Schwalmstadt gehören auch Rettungshunde. Das Foto zeigt Lisa Träbing mit Lucke und Nicole Bucher bei einer Übung.

Etwas unbemerkt von der Öffentlichkeit feiert das Technische Hilfswerk Deutschland in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag. Wir werfen einen Blick auf den Ortsverband in Schwalmstadt.

Schwalmstadt - Die Männer und Frauen in den blauen Uniformen und den blauen Einsatzfahrzeugen rücken immer erst dann in den Fokus, wenn buchstäblich gar nichts mehr geht. Die Helfer räumen Straßen frei, suchen nach Verschütteten, schützen bei Hochwasser Dämme, pumpen Keller aus und beseitigen Sturmschäden. Im Gegensatz zu den meisten Feuerwehren handelt es sich beim THW um eine Bundesorganisation, die dem Bundesinnenministerium untersteht. Das THW sei die Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes, erklärt Thomas Dickel, Ortsbeauftragter im THW Ortsverband Schwalmstadt. Die Ortsverbände sind die unterste Ebene in der hierarchischen Struktur des Technischen Hilfswerks. Den Ortsverband in Schwalmstadt gibt es seit mittlerweile 61 Jahren.

Das Thema Zivilschutz ist mittlerweile in den Hintergrund gerückt. Das innerhalb Deutschlands ein Krieg geführt wird, ist zwar nicht gänzlich ausgeschlossen, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch eher gering. Auch das THW bereitet sich auf die Folgen des Klimawandels und damit einhergehender Katastrophen vor. Seit einigen Jahren nehmen Stürme, Starkregenereignisse und Hochwasser zu. Auch Schneekatastrophen wie erst vor wenigen Jahren in Süddeutschland fordern die Helfer. Das habe auch Auswirkungen auf die Struktur des Ortsverbands Schwalmstadt, sagt Thomas Dickel und verweist auf die noch relativ junge Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung.

Helfer in der Not: von links Steffen Sauer, Florian Sult, Adrian Battenberg, Thilo Wüst, Torsten Wüst und Jan Siebert tragen bei einer Einsatzübung einen Verletzten.

Die Fachgruppe sei in der Lage, bei Ausfall von kritischer Infrastruktur zu helfen, so der Ortsbeauftragte: „Außerdem stellt die Fachgruppe N sicher, dass der Ortsverband in Einsatzsituationen über einen gewissen Zeitraum unabhängig arbeiten kann.“ Unter kritischer Infrastruktur versteht man unter anderem Strom-, Wasser-, Abwasser- und Trinkwasserversorgung, aber auch das Freimachen von Verkehrswegen durch den Bau behelfsmäßiger Übergänge.

Für Transportaufgaben steht dem THW Schwalmstadt in der Fachsprache ein geländegängiger Mehrzweckkraftwagen, das ist ein LKW mit Ladebordwand, zur Verfügung. Im Frühjahr übernahmen die Schwalmstädter Helfer erst einen Transportauftrag für das Land Hessen mit diesem Fahrzeug und transportierten Corona-Hygieneausrüstung von Süd- nach Nordhessen. Auch wenn sich immer weniger Menschen längerfristig engagieren würden, sei die Personalsituation in seinem Ortsverband momentan gut, freut sich der Ortsbeauftragte. Insgesamt machen im Ortsverband Schwalmstadt zur Zeit 37 Freiwillige aktiv mit.

In der sogenannten STAN gefordert seien 38, sagt Thomas Dickel und erklärt, das der Begriff STAN aus dem militärischen Sprachgebrauch kommt und Stärke- und Ausrüstungsnachweisung heißt. Was sich zunächst bürokratisch anhört, ist durchaus eine Stärke. Egal ob eine THW-Einheit aus Sachsen oder Bayer anrückt – Personalstärke und Ausrüstung sind immer klar definiert und überall gleich. Das ist ein großer Vorteil vor allem bei der Einsatzplanung.

Neben der Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung gibt es in Schwalmstadt noch eine Bergungsgruppe, die Fachgruppe Ortung und den Zugtrupp. Der Fuhrpark der Schwalmstädter ist modern. Wer sich engagieren möchte, finde beim THW ein breit gefächertes Betätigungsfeld, wirbt Thomas Dickel: „Zum Beispiel auch im rückwärtigen Bereich als Koch oder Verwaltungsfachkraft.“ Auch wenn die STAN fast erfüllt sei, sei man natürlich immer auf der Suche nach neuen Helfern, betont der Ortsbeauftragte und fügt schmunzelnd hinzu: „Und für unsere Biologische Ortung suchen wir auch noch weitere Rettungshunde.“

Info: facebook.com/THWSchwalmstadt Foto: Thomas Dickel/THW Schwalmstadt

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