Auge in Auge mit der Natur

Schwalmstadt: Ingrid Michel ist mit der Kamera in Flora und Fauna unterwegs

Gut getarnt: Ingrid Michel wartet in ihrem Zelt auf den perfekten
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Gut getarnt: Ingrid Michel wartet in ihrem Zelt auf den perfekten

Die Natur ist Ingrid Michels Metier. Und das nicht nur aus beruflicher Perspektive. Die studierte Biologin aus Treysa ist begeisterte Fotografin.

Treysa. Ingrid Michel sitzt viele Stunden still und geduldig hinter ihrer Kamera, um Flora und Fauna ins rechte Licht zu rücken. Die Begeisterung fürs Fotografieren hat ihr der Vater mitgegeben. „Ich habe schon als Kind gerne Fotos gemacht.“ Noch gut erinnert sie sich beispielsweise an ihr Einschulungsfoto: „Ich hatte mir Sorgen gemacht, wie es aussieht, denn es regnete an diesem Tag stark“, erzählt die 52-Jährige, die mit dem Vater häufig auf Fotoreisen ging.

Ein Ziel waren die Galapagosinseln. „Da haben wir vor dem Zoll gelost, wer mit welchem Kamerateil durch den Zoll geht. Uns war klar, dass wir alles zeigen müssen.“ Nach und nach wuchs die Ausstattung, von analog wurde sie auf digital umgerüstet, die eigenen Techniken immer wieder verfeinert.

Zur richtigen Stunde: In aller Frühe gelingen der Fotografin solche Aufnahmen.

Seit jeher fasziniert Michel das Verhalten von Tieren – nach ihrem Biologiestudium in Marburg und Bielefeld entwarf sie zusammen mit dem Vater Overhead-Folien als Unterrichtsmaterial für Schulen. Sie wurden deutschlandweit versendet.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung an Schulen hatten die Folien dann aber ausgedient. „Es war für mich der perfekte Beruf neben den drei Kindern“, berichtet die Treysaerin, die dadurch zeitlich flexibel arbeiten konnte.

Geduld beim fotografieren ist wichtig

Mittlerweile sind die Kinder aus dem Haus und Ingrid Michel hat mehr Zeit, sich der Fotografie zu widmen. Sie entwirft Kalender, aber auch naturkundliche Rätselhefte für Kinder, gestaltet Dia-Vorträge und Bio-AGs für Schüler. „Ich bin manchmal erstaunt, wie wenig Kinder über Tiere und Natur wissen“, sagt die Biologin, die mit einer Canon 6d Mark II fotografiert.

Vor allem Geduld ist gefragt, wenn die Treysaerin beispielsweise die Nickhaut eines Vogels fotografieren – quasi Auge in Auge. Dann sitzt Ingrid Michel teil stundenlang in ihrem getarnten Zelt im Garten und wartet, häufig in aller Frühe. Mittlerweile biete der eigene Garten den Vögeln gute Möglichkeiten, „es ist alles etwas naturbelassener“.

Der eigene Garten, hier Ebereschen, bietet eine perfekte Kulisse für die Tierfotografie.

Langweilig sei das Warten übrigens nie: „Man erlebt sehr viel, sieht, wie die Vögel untereinander agieren“, erzählt sie. Ihre Beobachtungen teilt die Treysaerin in ihrem Blog. Dort ist unter anderem nachzulesen, wie die Wacholderdrosseln „in den Garten einfielen“. „Ich möchte zeigen, wie schön und facettenreich die Natur ist“, sagt Michel, die sich ehrenamtlich auch in der Ziegenhainer Kirchengemeinde engagiert, Eufonium spielt und den Bläsernachwuchs ausbildet.

Mit Ehemann Wolfgang entstand ein besonderer Kalender – „Lieder für Blechbläser“. Zu sehen sind die Instrumente in Verbindung mit Landschaftsfotografie aus der Schwalm, dazu gibt es Erläuterungen zu den Liedern und Dichtern. „Der Kalender ist auch außerhalb der Schwalm bei Kirchengemeinden gut angekommen. Wir legen ihn für das kommende Jahr wieder auf“, berichtet Michel. Auf der fotografischen Wunschliste steht das Reiseziel Norwegen ganz oben. Dazu haben Michels ihr Auto in einen Camper umgebaut. „Ich würde gern Wale fotografieren“, sagt die 52-Jährige. Auch den Aletschgletscher in der Schweiz möchte sie gern noch fotografisch erkunden.

Für das kommende Jahr plant Ingrid Michel zudem einen eigenen Bildband. In Arbeit ist ein weiteres Rätselheft für Kinder, in dem Platz für naturkundliche Eintragungen ist. „Ich möchte Kinder dazu animieren, rauszugehen und zu beobachten“, sagt sie. „Das lohnt sich.“ Homepage: www.fotografie-ingrid-michel.de

Von Sandra Rose

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