Metalband produziert ein Musik-Video in einem Bunker

Aus der Schwalm in die Welt

Musiker im Bunker: Die Metal-Band „Broken Resistance“ nutze die ehemalige Militäreinrichtung für einen Videodreh. Von links, Dennis Schultheis, Tim Knüwe, Noah Theiß, Alex Paul, Sven Gürtler.
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Musiker im Bunker: Die Metal-Band „Broken Resistance“ nutze die ehemalige Militäreinrichtung für einen Videodreh. Von links, Dennis Schultheis, Tim Knüwe, Noah Theiß, Alex Paul, Sven Gürtler.

Dunkel und mystisch sollte es sein, nur ein Teppich aus Lichteffekten und Nebel sollte die Band „Broken Resistance“ in Szene setzen. Die Metalband traf sich am Samstag in einem alten Bunker, um ihr erstes, professionell aufgenommenes Musikvideo zu drehen. „Mit dem Video wollen wir auch über die Schwalm hinaus bekanntwerden“, sagt Bassist Tim Knüwe.

Schwalmstadt - Die fünfköpfige Formation nahm im vergangenen Jahr ihr erstes Album „New World“ auf und vermarktete dieses bereits über die gängigen Social Media Kanäle. Der neue Song „Katharsis“, dessen Text von Sänger Alex Paul geschrieben wurde, wird jetzt mit Musikvideo seinen Weg in die Welt der Musikstreamdienste finden.

„Metalcore ist kein Genre für jedermann. Hier in der Schwalm gibt es wenig Plattformen für diese Art von Musik. Hier sind eher Coverbands gefragt“, sagt Drummer Noah Schultheiß. Im vergangenen Jahr gewann „Broken Resistance“ den Nachwuchsband-Contest von „Rock am Stück“ in Fritzlar.

Der Titel sicherte der Band einen Platz im Programm auf der Hauptbühne im Folgejahr, doch aufgrund von Corona verschiebe sich der Auftritt nun wohl ins nächste Jahr. „

Corona: Musikern fehlt das Publikum

Vor Corona hatten wir monatlich etwa einen Aufritt. Das Spielen vor Publikum fehlt uns schon sehr. Aber wir nutzen die Zeit, um an einem neuen Album zu feilen“, so Sven Gürtler, der in der Band der Kopf der musikalischen Kompositionen ist.

Die beiden Gitarristen Sven Gürtler und Dennis Schultheiß gründeten 2009 bereits die Band und fanden in Tim Knüwe schnell einen passenden Bassisten. „Die anderen stießen per Mundpropaganda nach und nach zur Band hinzu“, erklärte Gürtler. Die Formation trat hin und wieder im Sägewerk Neukirchen auf, reist sonst zu Auftritten aber meist in städtische Regionen wie Marburg, Wetzlar, Hersfeld, Gießen oder Kassel. Auch in der legendären Frankfurter Batschkapp hatten die fünf Mittzwanziger schon ein musikalisches Gastspiel.

Alle Bandmitglieder sind Schwälmer, haben im Alltag ihre Jobs in der Region, arbeiten in der Finanzbuchhaltung, als Industriemechaniker, Straßenbauer oder haben Elektrotechnik studiert. „Mit unserer Musik tauchen wir in eine andere Welt. Der Kontrast ist reizvoll“, sagt Sven Gürtler, der gerne auch mal im klassischen Poloshirt zur schwarzen Gitarre greift und auf die Bühne geht.

Story wird mit Schauspieler gedreht

Das erste Album der Band wurde in einem renommierten Kölner Tonstudio gemastert. „Es ist unglaublich, was die Profis da aus unserer Musik herausholen“, schwärmt Noah Theis. „Im Nu glaubt man, da spielt Metallica“, scherzt die Truppe.

Nach den Videoaufnahmen der Band, zog die Truppe am Samstagnachmittag mit ihrem gesamten Technikequipment zum Drehschauplatz für die Story des Songs nach Neukirchen. Ein engagierter Schauspieler sollte die Story von „Katharsis“ in Szene setzen. „Wir müssen den Sonnenuntergang perfekt ins Bild bekommen“, sagten die Musiker, die wochenlang am Drehbuch für ihren vierminütigen Song feilten.

„Katharsis“ erzählt die Geschichte von inneren Konflikten eines Menschen, der an einem Punkt des Lebens nicht mehr weiß.

Das Musikvideo soll zum Ende des Jahres online auf den eingängigen Musikplattformen zu finden sein. „Bis alles im Finetuning zusammengeschnitten ist und die Anmeldefristen auf den Plattformen verstrichen sind, werden ein paar Wochen vergehen.

Von Regina Ziegler-Dörhöfer

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