22 Beschäftigte und vier Mitarbeiter tätig

Aus Hephata in die Welt: Versandabteilung arbeitet für große Unternehmen 

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Zahlreiche Arbeitsschritte: Drucken, Falzen, Kouvertieren aber auch das Schreddern wird erledigt, im Bild Edelgard Schipull. 

Schwalmstadt. Die Versandabteilung Hephata der Reha-Werkstatt Treysa (Schwalm-Eder-Kreis) beschäftigt Menschen mit psychischer Erkrankung. 

Im Zickzack, einfach oder als Wickel – beim Falzen von Papier braucht es Genauigkeit. „Das mache ich am liebsten“, sagt Edelgard Schipull, Beschäftigte der Reha-Werkstatt Treysa. Sie arbeitet seit sieben Jahren in der Versandabteilung der Reha-Werkstatt.

Der eine Kunde lässt seine Flyer direkt von der Druckerei in die Werkstatt liefern, damit sie dort gefalzt, kuvertiert und frankiert werden. Ein anderer Kunde schickt per E-Mail einen Serienbrief, der erst auf Geschäftspapier ausgedruckt, dann mit einer Kundenzeitschrift in Umschläge gesteckt, anhand einer Adressliste mit Adressaufklebern versehen, frankiert und nach Postleitzahlen sortiert bei der Post abgegeben werden soll. Und wieder ein anderer Kunde lagert eine seiner geläufigsten Broschüren in der Versandabteilung Hephatas auf Kommission. 

Das bedeutet, die Kunden dieses Kunden fordern die Broschüre direkt in der Versandabteilung an, beispielsweise die „Ordnung für die Kindertagesstätten der Kirchengemeinde der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau“. Allein davon verschickt die Versandabteilung im Jahr bis zu 20.000 Stück. An einem Arbeitstag verlassen bis zu 1500 ausgedruckte, gefalzte, sortierte, adressierte und frankierte Briefe die Reha-Werkstatt.

Arbeitet gern am Computer: Pia Fischer erfasst jede Sendung, die die Abteilung verlässt. Sie ist seit drei Jahren dabei.

Zudem wird jede Sendung, die die Abteilung verlässt, im Computer erfasst. Das übernimmt unter anderem Pia Fischer. Die Beschäftigte arbeitet seit fast drei Jahren in der Versandabteilung. „Ich bin sehr gerne am Computer. Ich habe früher mal Bürohelferin gelernt, vielleicht deswegen. Die Arbeit hier ist vielfältig und abwechslungsreich, das gefällt mir“, sagt Fischer. Zu dieser Vielfalt gehört neben dem klassischen Versand- und der PC-Arbeit auch das Aktenvernichten. „Wir schreddern Akten in der Sicherheitsstufe vier für kleine Arztpraxen oder Anwaltskanzleien. Die Papierschnitzel sind so klein, dass sie nicht mehr reproduzierbar sind“, so Arbeitsgruppenleiter Schwarze.

Die Kundenaufträge betreffen manchmal auch mehrere Abteilungen in der Reha-Werkstatt. Neben der Versandabteilung sind das die Buchbinderei, Montage und die Hauswirtschaft. „Manche Kunden lassen Päckchen mit Werbeartikeln in der Buchbinderei verpacken, und wir übernehmen dann den Versand“, erklärt Schwarze.

Doch egal, ob die Versandabteilung alleine tätig wird oder in Kombination mit einer anderen Abteilung, sie muss sich mit anderen Anbietern messen.

„Allein die Tatsache, dass bei uns Menschen mit einer psychischen Erkrankung eine sinnvolle Tätigkeit und Förderung erhalten, reicht nicht aus, um Kunden zu gewinnen. Unsere Aufträge müssen zu einem festen Zeitpunkt erledigt sein, mit einer guten Qualität zu einem guten Preis“, so Arbeitsgruppenassistentin Ida Gazenbiller.

Edelgard Schipull fühlt sich in der Werkstatt wohl. „Ich arbeite sehr gerne hier“, sagt sie. „Mir gefallen vor allem das Miteinander und der Umgang. Zeitdruck gibt es zwar auch mal, aber damit kann man hier besser umgehen.“

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