Die Kunden warten geduldig

Ausgabe der FF2-Masken für über 60-Jährige läuft in Treysa auf Hochtouren

Enorm war die Nachfrage der Masken, berichten Cornelia Tegelbeckes (links) und Katrin Suchomel aus der Adler-Apotheke in Treysa.
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Enorm war die Nachfrage der Masken, berichten Cornelia Tegelbeckes (links) und Katrin Suchomel aus der Adler-Apotheke in Treysa.

Vergangene Woche startete die Ausgabe von FFP2-Masken an Risikopatienten und Menschen über 60 Jahren. In den Apotheken war der Antrang groß - teilweise bildeten sich Schlangen vor dem Filialen.

Treysa – „Was die Mitarbeiter der Apotheken dieser Tage leisten ist enorm“, so Apotheker Dr. Bernd Adam, der selbst nach mehr als 24 Stunden Dienst in der Apotheke seine Kunden noch immer mit einem freundlichen Lächeln empfängt und berät. „Ich ziehe den Hut vor all meinen Mitarbeitern“, so der Chef, der sich selbst am Mittwochabend noch ins Auto setzte, um in einem Würzburger Zentrallager bestellte FFP2-Masken abzuholen. Insgesamt hat Adam bereits mehr als 31 000 FFP2-Masken für verschiedene Schwalmstädter Apotheken beschafft.

„Die Verteilung der FFP2-Masken über die Apotheken abzuwickeln, war vermutlich die schnellste und einfachste Lösung. Nichtsdestotrotz ist es für die Apotheken eine Herausforderung, ist doch jede Apotheke für die Beschaffung selbst verantwortlich und muss zunächst auch in Vorlage für die Kosten gehen“, erklärt Adam, der sehr darauf achtet, dass er Masken von Händlern bezieht, die auch sonst mit medizinischen oder pharmazeutischen Artikeln arbeiten. „Die Zertifikate müssen in Ordnung sein“, sagt Adam. Eine Mehrfachabholung in weiteren Apotheken ist nicht gestattet. „Wir geben die Masken stets mit einer Empfehlung zum Tragen heraus und beraten bei Fragen“, sagt der Apotheker, der grundsätzlich ein häufiges Wechseln der Masken empfiehlt. „Eine von Kondensat durchnässte Maske erfüllt die Schutzwirkung nicht mehr. Rechtzeitiges Wechseln und ein Trocknenlassen schafft Abhilfe“, so Adam, der sich freut, dass die allermeisten Kunden geduldig auf die Ausgabe warteten und verständnisvoll seien, wenn es aufgrund des Andranges hin und wieder kurze Warteschlangen gebe.

Abgabe von FFP2-Masken: Andrang war enorm

„Am Dienstag war der Andrang enorm, die Kundschaft stand weit in die Bahnhofstraße hinein“, sagte Katrin Suchomel von der Adler-Apotheke. Die Mitarbeiter der Adler-Apotheke sehen die Verteilprozedur mit gemischten Gefühlen, habe man so die Risikogruppe doch erst recht vor die Haustüre gelockt. „Unser Bringdienst ist pausenlos im Einsatz“, sagt Suchomel und auch für die Filialen der Stadtapotheke sind die neun Kurierfahrer mit ihren vier Lieferfahrzeugen ständig unterwegs. Ab 7. Januar soll es für die über 60-Jährigen und Risikopatienten sechs Masken im Monat mit einer Art Bezugsschein geben. „Auch hierfür werden wir für Maskennachschub sorgen“, sagt Adam, der immer wieder mit seinen Händlern in Kontakt steht und eben auch mal selbst ins Auto steigt, um Nachschub in einem Zentrallager abzuholen, wenn ersichtlich wird, dass die Lieferdienste den Ansturm nicht mehr bewältigen können.

„Nach aktuellen Schätzungen sollen 27 Millionen Menschen in Deutschland einen FFP2-Maskenbedarf haben. Da kommt schon eine Summe an Masken zusammen“, so Adam, der auch der ein oder anderen Pflegeeinrichtung schon aushalf, wenn diese bei ihren Bezugspunkten beim Sozialministerium nicht weiterkamen. „Gerade in den Einrichtungen ist die Lage akut. Gut, wenn man hier unterstützen kann“, so Adam, der bei all dem Stress und Zusatzaufwand inmitten der Maskenorganisation unerwartet einen ehemaligen Studienkollegen am Telefonhörer hatte und so zumindest ein kleine, private Überraschung erfahren durfte. (Regina Ziegler-Dörhöfer)

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