Bürgermeister üben Kritik

Ausgangssperre wird in der Region befolgt

Kein Mensch ist zu sehen auf dem Marktplatz in Treysa um kurz vor 22 Uhr. Die Schwalm hält sich an die Ausgangsperre. Nur ein letztes Autorücklicht auf der Fahrt nach Hause ist noch auf dem Bild zu erkennen.
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Kein Mensch ist zu sehen auf dem Marktplatz in Treysa um kurz vor 22 Uhr. Die Schwalm hält sich an die Ausgangsperre. Nur ein letztes Autorücklicht auf der Fahrt nach Hause ist noch auf dem Bild zu erkennen.

Seit Samstag gilt nachts auch im Altkreis Ziegenhain die Corona-Ausgangssperre. Dass sich die Menschen in der Region offenbar an die Vorgaben halten, bestätigen die Bürgermeister aus Frielendorf, Schrecksbach und Gilserberg der HNA.

Schwalm – Sicherlich nicht repräsentativ für alle Städte und Gemeinden, aber durchaus ein Stimmungsbild, denn die Polizei verzeichnete am Wochenende ebenfalls keine besonderen Einsätze im Zusammenhang mit der Ausgangssperre. Die Bürgermeister üben aber auch Kritik.

Ausgangssperre wird in der Region befolgt: Schrecksbach

In Schrecksbach habe es am Samstag keine besonderen Vorkommnisse gegeben, sagte Bürgermeister Andreas Schultheis: „Dies bestätigt meinen Eindruck, dass sich die Bürgerinnen und Bürger, sicher schweren Herzens, an die Regelungen halten.“

Grundsätzlich habe er Verständnis für die Entscheidungen der politisch Verantwortlichen, so der Verwaltungschef weiter: „Auch wenn ich nicht alles nachvollziehen kann. Ich hätte mir gewünscht, dass man unter anderem einen Unterschied zwischen Innenbereich und Außenbereich macht.“

Ausgangssperre wird in der Region befolgt: Gilserberg

Auch im Gilserberger Hochland gab es von Samstag auf Sonntag keine besonderen Vorkommnisse.

Er habe den Eindruck, dass sich die Bürger an die Vorgaben halten würden, sagte Bürgermeister Rainer Barth am Sonntag auf Anfrage unsere Zeitung: „Ich erlebe aber auch, wie stark der Wunsch der Menschen ist, sich zu treffen und sich auszutauschen.“

Ausgangssperre wird in der Region befolgt: Frielendorf

Der Bundesgesetzgeber habe nach längerer Ankündigung gehandelt und einheitliche Regeln aufgestellt, so Frielendorfs Bürgermeister Thorsten Vaupel: „Was ich von einer Ausgangssperre speziell im ländlichen Raum halte, spielt dabei keine Rolle.“ Als Bürgermeister und Leiter der örtlichen Ordnungsbehörde habe ich die Vorgaben zu akzeptieren und für deren Einhaltung zu sorgen, so Vaupel weiter: „Was mich ärgert, ist, dass uns seit 13 Monaten regelmäßig vor den Wochenenden Regelungen auf den Tisch geworfen werden, die wir kurzfristig vor Ort umsetzen müssen. Wir kommen kaum hinterher, jede neue Regelung zu prüfen und dann innerhalb von wenigen Stunden umzusetzen.“ Die politischen Entscheidungsträger sollten sich lieber ein Bild vor Ort machen, anstatt „Inzidenzlotto“ zu spielen und neue Regelungen über Facebook zu verkünden, ärgert sich der 50-Jährige: „Die Kommunen müssen vorher informiert werden, damit sie sich mit den Vorschriften vertraut machen können, bevor die Bürgerinnen und Bürger Fragen stellen.“

In der Nacht von Samstag auf Sonntag gab es im Marktflecken Frielendorf keine besonderen Vorkommnisse. (Matthias Haaß)

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