Deutschlands Traumstraßen

Autoreise durch den Schwalm-Eder-Kreis: Fotograf Wolfgang Groeger-Meier bringt Buch über Bundesstraße 3 heraus 

Besuch in der Altstadt Fritzlar: Der Fotograf und Autor Wolfgang Groeger-Meier kam 2017 in seinem BMW von 1975 auf seiner Reise quer durch Deutschland auch in der Domstadt vorbei.
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Besuch in der Altstadt Fritzlar: Der Fotograf und Autor Wolfgang Groeger-Meier kam 2017 in seinem BMW von 1975 auf seiner Reise quer durch Deutschland auch in der Domstadt vorbei.

Der Fotograf und Autor Wolfgang Groeger-Meier kennt die schönsten Plätze der Erde. Schöne Plätze gibt es aber auch in Deutschland, auch entlang der Bundesstraße 3 im Schwalm-Eder-Kreis.

Schwalm-Eder – Für sein Buch „Lockruf des Südens“ hat der Münchner mit seinem BMW 2002, Baujahr 1975, Orte an der B 3 besucht, im Schwalm-Eder-Kreis unter anderem Fritzlar, Bad Zwesten und Gilserberg. Der autoaffine Fotograf hat ein Faible für Traumstraßen. Die B 3 führte ihn von Buxtehude im Norden bis nach Weil am Rhein im Süden. Mit seinem Roadtrip hat sich der Münchner einen Traum erfüllt.

Er selbst verbrachte auf der B 3 schon viel Zeit. Oft ging es mit den reisefreudigen Eltern, mit denen Groeger-Meier als Zehnjähriger von Paris nach Hannover zog, über die Bundesstraße in Richtung Süden, in die Berge oder nach Frankreich. Reisebegleiter wurden ein mintgrüner BMW und befreundete Autoren. Im Frühjahr 2017 startete Groeger-Meier seine Tour über sechs Etappen. „Wir fotografierten und schrieben auf, was wir entlang der Straße entdeckten. Und ich wollte zeigen, dass es auch in Deutschland Traumstraßen gibt“, sagt der Münchner.

Autoreise durch den Landkreis: Deutschland und seine Menschen

Und noch etwas ist Groeger-Meier gelungen: Ein freundliches Bild zu zeichnen von Deutschland und seinen Menschen. „Wir sind überall mit viel Offenheit begrüßt worden“, berichtet er. Über die Kasseler Berge geht es in Etappe drei bis nach Marburg, „geleitet von stummen Zeugen der Vergangenheit – verlassenen Gasthöfen, verfallenen Tankstellen, alten Wegsteinen“. Der Autor bezeichnet sie als „triste Wegweiser der antiquierten Hauptverkehrsachse“. Eindringlich beschreibt der Fotograf die Stimmung in den Orten: „Jahrzehntelang lagen diese Orte direkt an der B 3. Sie profitierten vom Verkehr und den vielen Fremden. Doch sie litten gleichzeitig unter ihm und dem zunehmenden Schwerlastverkehr.“

Wolfgang Groeger-Meier hat mit seinem BMW 2002, Baujahr 1975, Orte an der B 3 besucht, im Schwalm-Eder-Kreis unter anderem Fritzlar, Bad Zwesten und Gilserberg.

Autoreise durch den Landkreis: Genießer der Gegend

Getroffen hat er aber auch Menschen wie Jens Friedrich aus Bad Zwesten. Er zählt zu den „Genießern der Gegend“. Auch einige Pendler hätten die Idylle längst für sich entdeckt, hat der Münchner erfahren – „auch wenn es nur eine löchrige Infrastruktur und schlechte Busverbindungen gibt“. Jens Friedrich ist jedenfalls schon deshalb Akteur des Buches, weil er auch Autonarr ist. Er begleitet den Fotografen ein Stück mit seinem 1975er 2002 – orangefarben. Unter BWM-Fans heißt die Farbe Inka.

Und so lässt es sich mit Freunden und Fremden trefflich fabulieren und philosophieren. Über Ladelampen, den Einzelvergaser, die Rücklichter. Und über die schmucke Backsteinarchitektur der ehemaligen Besteckfabrik in Ziegenhain oder die alten Teile der Bundesstraße, die sich bei Winterscheid mitten durch den Wald schlängeln. Wolfgang Groeger-Meier setzt in seinem aufwändig und schön gestalteten Buch das Unscheinbare, oft Vergessene, in Szene – und erzeugt damit eine Stimmung, die zwar ein wenig schrullig, aber eben vor allem liebens- und lebenswert wirkt. 150 Fotos erzählen von der B 3 und ihren Menschen. Und sie sind für den Leser als Einladung zu verstehen – einfach mal in Deutschland Urlaub zu machen.

Mehr Infos unter https://bundesstrasse3.de/

„Lockruf des Südens“, erschienen bei Corso (Verlagshaus Römerweg), 26,90 Euro.

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