19 Millionen Euro für Umbau

Bahnhof Treysa wird bis 2021 barrierefrei: Ausbau mit Kompromissen  

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Unterzeichnung des Vertrags im Bahnhof Treysa: von links Susanne Kosinsky (DB Station und Service), der DB-Konzernbevollmächtigte für Hessen Klaus Vornhusen, Minister Tarek Al-Wazir und NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch.

Treysa. Der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs in Treysa ist beschlossene Sache, die Verträge wurden am Dienstag mit großem Bahnhof passenderweise im Bahnhof Treysa unterschrieben. Wir erklären die Einzelheiten.

Es wird zunächst in zwei Stufen oder auch Phasen gebaut: Diesen Herbst werden die Bahnsteige 1 und 2 mit Modulplatten von heute 38 Zentimeter auf 55 Zentimeter angehoben, 2019 startet dann die Modernisierung des ganzen Bahnhofs und auch die übrigen Gleise werden erhöht auf 55 Zentimeter. Laut der DB Station und Service soll all dies Ende 2021 abgeschlossen sein.

Aber viele irritiert die Angabe des Jahres, in dem der Umbau vollends abgeschlossen sein muss, nämlich erst 2041. Bis spätestens 2041 müssen die Bahnsteighöhen ein weiteres Mal angehoben werden von 55 Zentimetern auf dann 76 Zentimeter. Durch die jetzt unterschriebenen Verträge verpflichtet sich das Land dazu und auch dazu, den Löwenanteil dafür zu bezahlen – die Bahn will nicht oder nicht viel dafür aufbringen.

Warum lässt sich das Land darauf ein?

Darauf basiert der gefundene Kompromiss. Es bestand trotz Baurecht seit 2014 jahrelang Stillstand, weil die Bahn zwischenzeitlich ein neues Höhenkonzept beschlossen hat: Bahnhofsmodernisierungen dürfen demnach grundsätzlich nur noch mit einer Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern umgesetzt werden. Durch die vertraglichen Kompromisse ist beides gewährleistet: die Modernisierung und Barrierefreiheit binnen zwei bis drei Jahren und die Einhaltung des Höhenkonzepts, dies bis spätestens 2041.

Die Bahn plant Jahrzehnte voraus und will all ihre Züge künftig so konstruieren, dass sie zur 76er Höhe passen, heute tut dies schon der ICE. Und sie führt an, dass die Höhe 76 Zentimeter das allgemeine europäische Niveau darstelle.

Ganz anders sieht das für Nahverkehrszüge aus, wie sie der NVV noch mindestens 20 Jahre einsetzen wird, sie sind zum Teil neu beschafft und können so sehr hohe Bahnsteige nicht bedienen. Außerdem ist die ganze ursprüngliche Planung für Treysa auf 55 Zentimeter ausgelegt.

Weil die Bahn ab Mitte Dezember ICE-Triebzüge auf der Main-Weser-Linie einsetzt (Eisenbahnhauptstrecke von Kassel über Wabern, Treysa, Marburg, Gießen und Friedberg nach Frankfurt am Main), sie lösen die älteren ICs ab. Soll der IC-Halt nicht verloren gehen, muss ein höheres Niveau im Dezember da sein (55 Zentimeter reichen angeblich für ICE-T aus), das wurde nun ebenfalls vertraglich abgesichert.

Durch Rampen, nicht etwa durch Aufzüge. Im Zuge des Umbaus werden auch die Unterführung, die Dächer und Wartebereiche im Bahnhof modernisiert.

Den Realisierungs- und Finanzierungsvertrag über 19 Mio. Euro haben die DB Station&Service AG (ihr gehört der Bahnhof), die Bahn, das Land und der NVV unterzeichnet. Die Investitionen bis 2021 werden auf rund 14 Mio. Euro geschätzt, das Land beteiligt sich mit rund 8 Mio. Euro, die Bahn mit 4,5 Mio. Euro. Tarek Al-Wazir betonte, dass das Land sich hier aus Überzeugung für die Notwendigkeit mit einem sehr hohen Betrag einbringe. Die nächste Investition in die zweite Bahnsteiganhebung ist noch einmal mit 5,4 Mio. Euro veranschlagt, wovon das Land 4,1 Mio. übernimmt, also den Löwenanteil.

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