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Bedeutsames Amt neben dem Hauptberuf: Drei Schwälmer sind Prädikanten

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Die Kirche in Wasenberg von 1862, genannt „Schwälmer Dom“. Archiv
Die Kirche in Wasenberg von 1862, genannt „Schwälmer Dom“. Archiv © Ralph-Michael Krum 

Unter den neuen Prädikanten der Evangelischen Landeskirche sind drei Schwälmer. Feierlich wurden sie in Wasenberg in ihr Amt eingeführt.

Schwalm – 15 neue Prädikanten wurden in einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche in Wasenberg ins Prädikantenamt eingeführt, sieben Männer und acht Frauen. Im Raum Schwalm werden künftig Antje Kropat und Martina Heide-Ermel als Ehrenamtliche in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) mitarbeiten. Beide sind aus Willingshausen. Auch Michael Göbel aus Michelsberg ist einer der neuen Prädikanten.

Antje Kropat Prädikantin
Antje Kropat, Prädikantin © Privat
Martina Heide-Ermel Prädikantin
Martina Heide-Ermel, Prädikantin © Privat

In dem Gottesdienst im sogenannten „Schwälmer Dom“ bezeichnete Prälat Burkhard zur Nieden das Prädikantenamt als „einen Dienst an den Menschen in den Gemeinden, mit denen und für die Gottesdienste gefeiert werden“. In seiner Predigt warf er einen Blick nach vorn, auf Gottes Reich, „dann wird auch der Blick in die Gegenwart klarer und Krisen werden relativiert“.

Neben Prälat zur Nieden wirkten an dem Gottesdienst Pfarrerin Christina Gatzke (Wasenberg), Studienleiterin Pfarrerin Irmhild Heinicke (Evangelisches Studienseminar, Hofgeismar) sowie Prädikantin Marlies Todt mit.

Die Ausbildung umfasst 15 Monate und findet vorwiegend im Studienseminar in Hofgeismar statt. Sie beginnt und endet mit einem Kolloquium, an dem auch der Propst des Sprengels Marburg-Waldeck und Marita Natt (Ziegenhain) als ehrenamtlich Beauftragte für den Prädikantendienst in der Landeskirche beteiligt sind.

Marita Natt Prälatin i.R.
Marita Natt Prälatin i.R. © Privat

Wie Marita Natt erläutert, stehen die Absolventen voll im Berufsleben und absolvieren diese Ausbildung an Wochenenden. Jeder bekomme eine Pfarrerin oder einen Pfarrer als Mentor zur Seite. Neben einer intensiven Einführung in die Theologie des Alten und Neuen Testaments lernen die Teilnehmer vieles zu Liturgie und Kirchenmusik kennen.

Den Schwerpunkt bilden vier Predigtwerkstätten, wo das Verfassen eigener Predigten geübt wird. Während der Ausbildung soll etwa ein Gottesdienst im Monat gehalten werden. Zunächst wirken sie in der Liturgie mit, am Ende der Ausbildung können die Prädikantinnen und Prädikanten auch Abendmahlsgottesdienste selbständig feiern und durchführen.

Seit einigen Jahren bekommen alle am Beginn der Ausbildung einen Prädikantentalar, sind also als Liturgen deutlich erkennbar. Während des Basiskurses der Ausbildung sind keine Amtshandlungen (Taufe, Trauung, Beerdigung) vorgesehen. Danach kann aber ein Aufbaumodul durchlaufen werden, das dann ausschließlich Amtshandlungen zum Inhalt hat.

Hintergrund: Seelsorge gehört dazu

In der Landeskirche können Gemeindeglieder zum Prädikantendienst ausgebildet werden. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: biblische und theologische Kenntnisse, theologisches Urteilsvermögen sowie die Fähigkeit zum seelsorglichen Gespräch. Weitere Infos gibt es unter Prädikant/innen – Evangelisches Studienseminar Hofgeismar – Ausbildung und Fortbildung (evangelisches-studienseminar-hofgeismar.de) Ansprechpartnerin ist Pfarrerin Irmhild Heinicke, Tel. 05671-881 254. 

Die Prälatin i.R. Marita Natt: „Für mich ist es im Ruhestand eine große Bereicherung, diese engagierten Männer und Frauen in der Aus - und Fortbildung zu begleiten. Neben sehr anspruchsvollen Berufen wie Lehrer, Mediziner, Selbständige, Pfleger und Juristen wollen sie das Evangelium verkünden und investieren dafür viel Zeit und Kraft.“

Es sei besonders erfreulich, dass in dem jüngsten Kurs drei Personen aus unserer Region dabei gewesen sind, auf die die Gemeinden sich nun freuen dürfen.

Derzeit sind in der EKKW zusammen mit den neu eingeführten Frauen und Männern 186 Prädikantinnen und Prädikanten tätig. (Anne Quehl)

Die Prädikanten: 15 Frauen und Männer neu im Amt

Folgende Prädikanten wurden eingeführt: Kirsten Balzereit, Goßfelden; Michael Göbel, Michelsberg; Hans-Christian Graß, Marburg; Martina Gücker, Halsdorf; Martina Heide-Ermel, Willingshausen; Sven Jerschow, Lahntal-Göttingen; Heike Junck, Elnhausen; Fabian Kanngießer, Barchfeld; Björn Knublauch, Niederkaufungen; Antje Kropat, Willingshausen; Nico Percz, Wächtersbach; Ute Richter, Korbach; Elona Schmoll-Claus, Baunatal; Johannes Tanzer, Liebenau; Sabine Wiegand, Kassel-Harleshausen.

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