Die Reue kommt zu spät

Besitz von fast 1000 kinderpornografischen Dateien: 49-Jähriger verurteilt

Wegen des Besitzes und der Verbreitung von kinderpornografischen Bildern und Videos ist ein 49-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Die Strafe wurde vom Amtsgericht Treysa auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Zu Beginn des vergangenen Jahres soll der 49-Jährige laut Anklageschrift innerhalb von zwei Wochen fast 1000 Bilder- und Videodateien mit kinderpornografischem Inhalt auf seinem Laptop und einer externen Festplatte gespeichert haben. Außerdem habe er sich bei einer Tauschbörse online angemeldet und anderen Nutzern fünf kinderpornografische Videos zum Download zur Verfügung gestellt.

Der Angeklagte war durchweg ruhig und wirkte fast schüchtern. Immer wieder wischte er sich mit der flachen Hand durch das Gesicht. Sein Blick war stets auf den Richter oder die Staatsanwältin gerichtet, die schräg links und gegenüber von ihm saßen.

Als die Beweisdateien angeschaut wurden, musste die Öffentlichkeit den Saal für wenige Minuten verlassen. „Die Dateien bilden neben dem Posing von Kindern und Jugendlichen auch Missbrauch ab“, sagte die Staatsanwältin. Die Kinder sind für ihr Leben geschädigt, erläuterte sie. Scheinbar beschämt nickte der Angeklagte währenddessen mit dem Kopf.

Der 49-Jährige ist momentan arbeitslos, tritt ab Sommer eine neue Stelle an und lebt mit seiner pflegebedürftigen Mutter zusammen. Zum Zeitpunkt der Taten wohnte diese noch im gegenüberliegenden Haus und der Mann nutzte ihr WLAN-Netz für die Vergehen.

Massive Anzahl an Bildern 

Strafmildernd wertete das Gericht, dass der Angeklagte von Anfang an geständig gewesen sei und keine Vorstrafen hat. Die Staatsanwältin merkte jedoch auch mehrfach die „massive Anzahl“ der Dateien an.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, die auf vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss der 49-Jährige als Auflage 500 Euro innerhalb von drei Monaten an einen gemeinnützigen Verein zahlen und dem Gericht seine Wohnsitzwechsel mitteilen. Sein Laptop und die externe Festplatte bleiben eingezogen. Hinzu kommen Kosten in Höhe von rund 5000 Euro für die Sachverständigen, die das Material ausgewertet haben.

Computer im Alltag nötig 

Die Staatsanwältin forderte als zusätzliche Auflage ein Verbot für die Anschaffung und den Besitz eines Laptops oder Computers, damit der Angeklagte nicht mehr in Versuchung kommen könne. Das unterstützte der Richter allerdings nicht, da so der Alltag nicht zu bewältigen sei - der Angeklagte müsse bei seiner neuen Stelle auch Online-Einkäufe tätigen.

In seinen abschließenden Worten beteuerte der Angeklagte, er wolle so etwas nie wieder tun, und es tue ihm unendlich leid.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.