Klimaschutz in Bestform

Mengsberg ist Bio-Energiekommune – Auszeichnung in Berlin

Auszeichnung in Berlin: Von links Nicole Weinhold, Magazin Erneuerbare, Staatssekretär Uwe Feiler, Mengsbergs Ortsvorsteher Karlheinz Kurz, Harald Trümner, Michael Rudewig, Manuela Rudewig, Erwin Schorbach und Klaus Schwalm am Dienstagabend bei der Berliner Woche. Foto: Michael Rudewig

Mengsberg kann – wieder einmal – mächtig stolz sein. Das Dorf trägt den Titel Bioenergie-Kommune und ist damit einer von drei Gewinnern des gleichnamigen Bundeswettbewerbs 2019.

„Mit dem Wettbewerb zeichnet das Bundesministerium bereits zum fünften Mal Pioniere der Energiewende aus, engagierte Kommunen, die sich für den Klimaschutz und erneuerbare Energien einsetzen“, sagte Uwe Feiler, Parlamentarischer Staatssekretär, am Dienstag auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin bei der öffentlichen Prämierung, jeder der drei Sieger erhält 10 000 Euro Preisgeld.

Viele dürften nun mit großem Interesse auf die Gewinner-Kommunen blicken: „Klimaschutz und Energiewende sind ohne Bioenergie und ohne das Engagement der Bürger vor Ort nicht denkbar“, so Feiler.

Mengsberg wurde ausgewählt, weil es die deutschlandweit größte Solarthermieanlage in Genossenschaftshand realisiert, die im Sommer und anteilig auch im Winter Wärme bereitstellt. Unterstützt wird diese durch Speicher und einen Hackschnitzelkessel, der auch das sogenannte Käferholz verwertet. Das fällt derzeit, bedingt durch die trockenen Sommer, Stürme und Schädlingsbefall, in großen Mengen an und wird hier sinnvoll für die Erzeugung erneuerbarer Wärme verwertet.

Mengsberg engagiert sich seit 20 Jahren für Energiewende

„Das ist eine Auszeichnung für den ganzen Ort“, sagte Michael Rudewig gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Alle gemeinsam könnten stolz sein auf das Geleistete. Dabei sei zu beachten, dass das Engagement auch in den beiden Genossenschaften rein ehrenamtlicher Natur ist. Es existieren die Bioenergiegenossenschaft Mengsberg eG (BEGM) sowie die Bürgerwindenergieanlage Mengsberg eG (BweaM). Rudewig, Vorstand beider Genossenschaften, freut sich auch darüber, dass das erfolgreiche Engagement weithin publik und die Modellhaftigkeit des Mengsberger Konzepts gewürdigt wird, „alles auf engstem Raum“. 

Es solle dabei weitergehen vor Ort, ein Ziel sei es, irgendwann sämtliche Haushalte in Mengsberg mit Nahwärme zu versorgen, technische Innovationen sollten auch in Zukunft verfolgt werden. Seit gut 20 Jahren engagierten sich Mengsberger für die Energiewende.

Sechs Personen waren aus Nordhessen nach Berlin gereist, um die Auszeichnung in einer Halle auf dem gewaltigen Berliner Messegelände entgegen zu nehmen.

Dezentral erzeugter Strom deckt Bedarf mehrfach

Herdegsen-Asche in Niedersachsen ( 300 Einwohner), Fuchstal in Bayern (1700) und Mengsberg (840) erproben die fortgeschrittene Energiewende im Alltag, so das Bundeslandwirtschaftsminissterium. In sein Nahwärmenetz mit Energiezentrale hat der Mengsberg 6 Millionen Euro investiert, 150 Haushalte sind angeschlossen. Der hier dezentral erzeugte Strom beträgt ein Vielfaches des Bedarfs. Voriges Jahr erhielt der Bundessieger von „Unser Dorf“ den Deutschen Solarpreis.

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