Proben und Auftritte

Blasorchester Schwalmstadt sucht nach Nachwuchs

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Suchen dringend Mitspieler für das Blasorchester Schwalmstadt: Die Mitglieder des Vorstands (von links) Torsten Janoske, Andrea Genth, Michael Mönnighoff und Alexandra Jäckel-Mönnighoff.

SCHWALMSTADT. Egal, ob sie Kirchenchoräle oder Opernsymphonien spielen, nur aus Instrumentalisten bestehen oder auch singen - viele Chöre und Musikgruppen im Schwälmer Land haben sie: Nachwuchsprobleme.

Auch das Blasorchester Schwalmstadt, das jüngst an den Adventssamstagen in der Treysaer Bahnhofstraße auf Weihnachten einstimmte. "Uns fehlen einfach die Musiker", sagt Michael Mönnighoff. Der Vorsitzende ist verzweifelt. Wenn das Orchester am 14. Januar in der Stadthalle Treysa zum Neujahrskonzert einlädt, wird es seinem Anspruch, symphonische Orchestermusik zu spielen, nur unterstützt von der "Musik Harmonie Melsungen" gerecht. Ein Zustand, der der kein Dauerzustand sein kann, sagt Mönnighoff.

Allein könnten die Laienmusiker aus der Schwalm das Neujahrskonzert unter der Leitung von Dr. Karsten Heyner nicht stemmen. Es erweist sich für das Blasorchester immer mehr als Trugschluss, einen "orchestralen Klangkörper", so Andrea Genth vom Vorstandsteam, allein mit den Spielern aus den eigenen Reihen zu erzeugen.

"Wir versuchen schon alles", sagt Mönnighoff. So kooperiere das Blasorchester mit der Musikschule Schwalm-Eder sowie mit den weiterführenden Schulen. Doch zumeist musiziert der Nachwuchs dann in den schuleigenen Ensembles. So kommt es, dass das Vororchester aus Nachwuchsmusikern seit geraumer Zeit brach liegt. Als "letzten Versuch", so Mönnighoff, hat der Verein eine Blockflöten-Gruppe für Kinder ab sechs gegründet.

Ob Trompete, Horn, Saxophon oder Klarinette: Keiner müsse sich von Anfang an auf Instrument festlegen, sagt Andrea Genth – "man muss sich nur trauen, mit einem anzufangen". Spätestens ab dem Zeitpunkt, wo sie die Schule verlassen, seien die Nachwuchsmusiker kaum noch in der Region und im Orchester zu halten. Andrea Genth: "Nur auf die Ausbildung der Jugend zu setzen, kann daher nicht das Standbein sein."

Das war nicht immer so. "In den 80er-Jahren hatten wir Wartelisten und sind mit zwei Bussen zu Konzerten gefahren", erinnert sich Torsten Janoske, seit 40 Jahren im Blasorchester. Dabei ist es weit mehr als nur das gemeinsame Musizieren, was die Mitglieder des Blasorchesters verbindet. Gemeinsame Grillabende, Tagesausflüge und mehr gehören dazu. Festumzüge, Märsche, Platzkonzerte - ob Ziegenhainer Salatkirmes, Blumenkorso in Bad Wildungen oder Michaelismarkt in Treysa: überall ist das Blasorchester eine feste Größe.

"Kommt vorbei", möchten die Mitglieder des Blasorchesters allen zurufen, die Lust bekommen, Trompete, Posaune, Horn oder Klarinette zu spielen oder wieder neu anzufangen. Wie Stefan Beyer. "20 Jahre lang hatte ich die Kanne oben auf dem Schrank", sagt der Niedergrenzebächer - die Rede ist von seiner Posaune. Seit zwei Jahren spielt er wieder im Blasorchester mit, bei fast jeder Probe ist er dabei. Torsten Janoske weiß auch warum: "Wenn man es wirklich will, hat man auch Zeit." Interessenten können sich an das Blasorchesters Schwalmstadt wenden: www. blasorchester-schwalmstadt.de

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