Blaues Licht soll Wildunfälle vermeiden

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Wildwarnreflektor: Blau schreckt ab.

Treysa. Nicht nur beim Menschen löst der Frühling verstärkten Bewegungsdrang aus, sondern auch in der Tierwelt. Fuchs, Hase, Reh und Wildschwein begeben sich nach den Wintermonaten auf Futtersuche und stecken Reviergrenzen neu ab.

Leider kreuzen die Wildwechsel Straßen und Wege. Gerade in Waldgebieten kommt es im April immer wieder zu Unfällen mit Wildtieren. Erhöhte Unfallgefahr droht morgens und abends in der Dämmerung. Erst kürzlich verunglückte ein Motorradfahrer auf der Landstraße zwischen Neukirchen und Hauptschwenda nach dem Zusammenstoß mit einem Reh tödlich.

Um Unfälle mit Wild zu vermeiden, setzen die beiden Jagdpächter Richard Alles und Anette Rohs in ihrem Revier bei Treysa auf sogenannte Wildwarnreflektoren.

Blaue Reflektoren 

Zwischen Treysa und Wierra, sowie Treysa und Gilserberg bestückten die Jäger Anfang April 110 Leitpfosten mit blauen Reflektoren. Die Farbe Rot habe für das Wild keine Warnwirkung, erklärt Alles die Farbwahl: „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das blaue Licht das Wild abschreckt.“ Insgesamt wurden von den Jagdpächtern 2500 Meter Straße abgesichert.

Erhoffen sich durch die blauen Wildwarnreflektoren weniger Wildunfälle: Von links Richard Alles, Burckhard Amrhein, Anette Rohs, Werner Schwing, Gerhard Kuhn und Heinz Stübing.

Vermutlich ausgelöst durch den Straßenbau im Bereich Tunnel Frankenhain habe man seit 2013 mehr Wildunfälle verzeichnet, sagt Richard Alles: „Im Schnitt hatten wir in den vergangenen drei Jahren jedes Jahr 15 bis 20 Wildunfälle.“ Seit der Installation der Warnreflektoren habe es in den Straßenabschnitten keinen Unfall gegeben, freut sich der Jagdpächter.

Die Kosten für die blauen Warner wurden zu je einem Drittel von der Naturlandstiftung Schwalm-Eder, der Jagdgenossenschaft Treysa 3 und den beiden Pächtern des Jagdreviers übernommen. Insgesamt investierten die Jäger 510 Euro. „Das ist eine gute Investition in die Sicherheit“, stellt der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Burkhard Amrhein fest.

Risiko für Autofahrer 

Neben dem Tierschutz sei der Schutz des Menschen ein wesentlicher Aspekt der Aktion gewesen, erklärt Anette Rohs: „Jeder Unfall ist ein Risiko für den betroffenen Autofahrer.“ (zmh)

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