27-jähriger Mann steht vor Gericht

Schwalmstadt: Bohrmaschine im Rucksack

Gebäude des Amtsgerichts Schwalmstadt
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Ein 27-Jähriger musste sich wegen Diebstählen vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten. (Symbolbild)

Ein 27-Jähriger aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis musste sich nun vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten. Ihm wurden mehrere Diebstähle im letzten Jahr vorgeworfen. Zudem kamen noch ein räuberischer Diebstahl und eine Sachbeschädigung dazu.

Schwalmstadt. Zu Beginn der Verhandlung wurde die rechtliche Betreuerin des Angeklagten als Zeugin vernommen. Sie kennt ihn schon seit 2013 und sollte daher der Richterin erklären, wie sie den Angeklagten im Alltag erlebt und ob er in manchen Situationen auch gewaltbereit reagieren würde. Die rechtliche Betreuerin erklärte, dass der 27-Jährige in verschiedenen Heimen gelebt habe. Dort hatte er sich anfangs immer gut eingelebt, bis es zu Problemen kam. „In einem Heim hatte er sogar andere angestiftet, Gegenstände in der Unterkunft zu klauen und ihm dann zu bringen“, sagt die rechtliche Betreuerin. Zudem sprach sie auch immer wieder von Drogenproblemen des jungen Mannes. „Durch den ganzen Konsum, wusste man irgendwann gar nicht mehr, ob er überhaupt weiß, was er macht, als wäre er nicht richtig anwesend“, so die Zeugin.

Der Angeklagte wirkte sehr desinteressiert vor Gericht und war dabei ständig in Bewegung. Er änderte minütlich seine Sitzpositionen. Einmal hatte er den Kopf auf dem Tisch, dann schaute er ständig in der Gegend umher und gähnte immer wieder zwischendurch. Es hatte den Anschein, als ob es ihn nicht wirklich interessiere, dass es an dem Verhandlungstag um ihn als Angeklagten ging.

Ladendetektiv im Zeugenstand

Im September letzten Jahres hat der 27-Jährige in einem Baumarkt eine Bohrmaschine gestohlen. Der Zeuge, der diesen Diebstahl am Verhandlungstag schilderte, war in dem Baumarkt als Ladendetektiv tätig. „Mir ist der junge Mann schon beim Betreten des Marktes aufgefallen, denn er kam mit einem geöffneten Rucksack“, so der Zeuge. Er habe ihn dann beobachtet, wie er zu den Bohrmaschinen gegangen ist und eine einfach in den Rucksack getan hat und dann wieder auf dem Weg zum Ausgang war. „Ich habe ihn daraufhin angesprochen und er ist mir ohne Probleme mit in mein Büro gefolgt“, so der damalige Ladendetektiv. Als die Staatsanwältin den Zeugen befragte, ob der Angeklagte überhaupt wusste, dass er gerade etwas gestohlen hat, atwortete der Zeuge: „Möglicherweise stand er unter Drogen, er war viel zu ruhig und ihm schien es völlig egal zu sein, als wäre dieser Diebstahl eine völlig normale Sache. Zudem hatte ich denAnschein, als ob er nicht zum ersten Mal etwas gestohlen hatte.“

Der Angeklagte schwieg die ganze Verhandlung über. Sein Strafverteidiger übernahm das Reden für ihn.

Em Ende kam es zu keinem Urteil. Am 15. Juni soll die Verhandlung nämlich fortgesetzt werden, wo es um die weiteren Diebstähle des 27-Jährigen gehen soll. (Lea Beckmann)

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